| 23:01 Uhr

3. Fußball-Liga
Sturmwarnung an der Ostsee?

Auf Janek Sternberg (re.) muss der FCK nach dessen fünfter Gelber Karte in Rostock verzichten.
Auf Janek Sternberg (re.) muss der FCK nach dessen fünfter Gelber Karte in Rostock verzichten. FOTO: picture alliance/dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern. 3. Fußball-Liga: Der 1. FC Kaiserslautern will bei Hansa Rostock seine Offensivstärke wiederfinden. Von Mirko Reuther

Das letzte Heimspiel des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern gegen Energie Cottbus war nur etwas für die ganz hart gesottenen Fans der Roten Teufel. 90 Minuten lang mühte sich die harmlose FCK-Offensive, den Abwehrriegel der Lausitzer in Bedrängnis zu bringen. Vergeblich. Nach dem Schlusspfiff stand eine ernüchternde 0:2-Niederlage, durch die die Pfälzer den Anschluss an die Spitzenplätze verpassten. Heißt es am Samstag um 14 Uhr im Ostseestadion endlich wieder „Sturmwarnung“, wenn Kaiserslautern beim Tabellensechsten Hansa Rostock gastiert?

FCK-Trainer Michael Frontzeck ist zuversichtlich. Hansa-Übungsleiter Pavel Dovtchev sei „ein Trainer, der seine Mannschaft das spielen lässt, was sie auf den Platz bringen kann. Und das ist eine Menge“, meint Frontzeck. Der 54-Jährige erwartet folglich einen offensiv ausgerichteten Gegner „auf Augenhöhe“, gegen den seine Elf sich wieder mehr Chancen herausspielen wird. „Cottbus hat hinten mit einer Neuner-Kette gespielt. Das hat mich an alte Catenaccio-Zeiten erinnert“, blickt Frontzeck zurück. Eine Ausrede für seine Elf sei die defensive Ausrichtung des Gegners aber nicht: „Es ist nicht die Aufgabe von Energie Cottbus, hierher zu kommen und mit uns Fußball zu spielen. Sondern Punkte zu holen. Und das haben sie getan“, sagt Frontzeck, der in Rostock wieder ein „attraktiveres Spiel“ erwartet. Die lange Anreise von rund 800 Kilometern werde seiner Mannschaft nicht in den Knochen stecken, versprach der Übungsleiter am Donnerstag: „Wir fliegen schon Freitagmorgen nach Rostock, dann können sich die Jungs ausruhen und am Nachmittag haben wir eine griffige Trainingseinheit.“Unschlagbar sind die Hanseaten im heimischen Ostseestadion nicht. Gegen Preußen Münster verlor Rostock zu Hause mit 1:4, gegen die Würzburger Kickers setzte es sogar eine 0:4-Klatsche. Doch die Formkurve bei den Nordlichtern zeigt nach oben. Seit fünf Ligaspielen ist Rostock nun ungeschlagen, in der Tabelle liegt Hansa zwei Punkte vor dem FCK auf Rang sechs.

Mit leeren Händen sollten die Roten Teufel also nicht zurückkehren. Sonst könnten der VfL Osnabrück und Preußen Münster, die die direkten Aufstiegsplätze belegen, dem FCK an diesem Spieltag bereits auf zwölf, beziehungsweise neun Punkte enteilen. Auch auf Relegationsplatz drei hätte Kaiserslautern voraussichtlich sechs Zähler Rückstand. „Wir müssen bis zur Winterpause den Anschluss nach oben halten“, fordert Frontzeck, der in Rostock auf Linksverteidiger Janek Sternberg (5. Gelbe) verzichten musst. Er wird durch Dominik Schad ersetzt, der eigentlich auf der rechten Abwehrseite zu Hause ist. Dort wird voraussichtlich Kapitän Florian Dick zum Einsatz kommen.



An der Unterstützung wird es den Roten Teufeln am Samstag nicht mangeln. Rund 1000 FCK-Fans nehmen die 800 Kilometer lange Auswärtsfahrt nach Rostock auf sich. „Überragend“, nennt FCK-Pressesprecher Stefan Roßkopf diese Zahl. Und Frontzeck sagt: „Wenn man hört, wie viele Leute wegen uns nach Rostock reisen, ist doch ganz klar, dass wir dort alles auf dem Platz lassen werden.“ Die Zeichen stehen also nicht schlecht für eine Sturmwarnung an der Ostsee.