| 22:40 Uhr

Regionalliga-Topspiel
FC Homburg ist Nummer eins im Saarland

Andreas Knipfer (2. von links) setzt sich kraftvoll durch, wie bei seinem 1:0-Führungstor für den FC Homburg am Samstag beim 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Saarbrücken.
Andreas Knipfer (2. von links) setzt sich kraftvoll durch, wie bei seinem 1:0-Führungstor für den FC Homburg am Samstag beim 2:1-Derbysieg gegen den 1. FC Saarbrücken. FOTO: Markus Hagen
Homburg. 2:1-Derbysieg über den 1. FC Saarbrücken vor großer Kulisse. Es war ein spannendes, hochklassiges Match. Von Markus Hagen

„Vor Saarbrücken steht der FCH, vor Saarbrücken steht der FCH“. Glückselig feierten die Fans des FC Homburg schon während der brisanten 90 Minuten am Samstagnachmittag vor der Saison-Rekordkulisse von 9000 Zuschauern im Homburger Waldstadion den 2:1-Sieg ihrer Mannschaft im Saarderby der Regionalliga Südwest gegen den 1. FC Saarbrücken. Es war ein Klassespiel: Hochbrisante Spielszenen,  Pfostenkracher, Emotionen, Glück und Pech auf beiden Seiten, umstrittene Schiedsrichterentscheidungen.

„Es war ein emotional geladenes Spiel für alle Zuschauer und beide Mannschaften. Nach den 90 Minuten hätte auch der 1. FC Saarbrücken als Sieger den Platz verlassen können. Wir nutzten die Torchancen nicht, der FC Homburg machte es besser, daher stehen wir mit leeren Händen da“, analysierte FCS-Trainer Dirk Lottner die 90 Minuten.  Lottners Kollege Jürgen Luginger sagte strahlend: „Klar hatten wir auch etwas Glück in einigen Szenen, aber der Sieg ist nicht unverdient.“ Seine Elf habe spielerisch, kämpferisch und auch taktisch ein überragendes Spiel gezeigt: „Wir haben ein ganz tolles Spiel gesehen.“

 Die ersten 20 Minuten waren von einer längeren Abtastphase geprägt. Der FC Homburg hatte Glück, dass der erste Torschuss des FCS nicht im Kasten landete. Nach Fehler von Torhüter David Salfeld traf Manuel Carl (7.) aus 20 Metern das Lattenkreuz. Zwölf Minuten später segelte ein Kopfball von Carl quer am FCH-Tor vorbei. Luginger stellte seine Abwehrformation von Dreier- auf Viererkette um. Der FC Homburg bekam Spiel und Gegner immer besser in den Griff und hatte gute Torchancen. So krachte ein 23-Meter-Freistoß von Innenverteidiger Alexander Hahn an den Pfosten (23.). Wenig später klärte FCS-Keeper Daniel Batz einen Freistoß von Hahn glänzend. Maurice Neubauer (36.) zog aus 20 Metern gefährlich ab. Wieder war Batz zur Stelle.



Die Tore fielen im zweiten Spielabschnitt. 35 Sekunden waren gespielt, da setzte Patrick Dulleck Andreas Knipfer auf der rechten Seite in Szene. Knipfer tauchte im Strafraum auf und gegen seinen Knaller hoch unter die Latte (46.) hatte Batz keine Abwehrchance. Die Freude über dieses Tor währte bei den Homburger Fans kaum fünf Minuten. Markus Mendler versenkte einen 17-Meter-Freistoß für FCH-Keeper David Salfeld unhaltbar zum 1:1-Ausgleich (51.). Aus dem Mittelfeld startend lief Christopher Theisen in Richtung Tor des FCS. Aus gut 25 Metern zog er ab und gegen den vom FCH-Stürmer Patrick Dulleck abgefälschten Schuss ins lange Eck zum 2:1 hatte der Saarbrücker Torhüter keine Chance (55.). Der FC Homburg hätte durch Theisen (58.), der aus 14 Metern freistehend über das Tor schoss, sogar auf 3:1 erhöhen können. Umstritten war eine Szene in der 64. Minute. FCH-Mannschaftskapitän Tim Stegerer soll Mendler im Strafraum gefoult haben. Strafstoß für die Gäste, den Steven Zellner an den Pfosten knallte. Mehrfach sicherte Ex-FCS-Torwart Salfeld mit Glanzparaden die Homburger Führung. Als die Gäste schon über den vermutlichen Ausgleichstreffer von Alexandre Mendy (90.) jubelten, erstickten Schiedsrichterassistent und Schiedsrichter Tobias Doering den Jubel mit einer gemeinsamen sofortigen Abseitsentscheidung im Keim. Nach einem Foul von Hahn an Mendler kochten die Emotionen am Spielfeldrand und auf dem Rasen hoch. Rudelbildung und unschöne Szenen folgten. Homburgs Stürmer Patrick Dulleck sah wegen Meckerns die Ampelkarte. Bereits der fünfte Platzverweis eines Homburgers in dieser Saison.

 Ohne die Leistungen des Homburger Teams zu schmälern: Torhüter Salfeld war der Mann des Tages, weil er mit seinen Paraden in der zweiten Halbzeit den 2:1-Sieg des FC Homburg festhielt.