| 23:24 Uhr

Fußball-Champions-League
FC Bayern auf Genuss-Fahrt ins lauteste Stadion Europas

Istanbul. Arjen Robben fehlt heute gegen Besiktas Istanbul.

Trotz der fehlenden Spannung will Bayern München das Achtelfinal-Rückspiel der Champions League bei Besiktas Istanbul nicht zur Spaßveranstaltung verkommen lassen. „Wir wollen genießen, was wir uns im Hinspiel erarbeitet haben“, sagte Kapitän Thomas Müller, betonte aber auch: „Genießen darf man nicht mit Sightseeing verwechseln. Wir werden das tausendprozentig seriös angehen.“

Trotz des 5:0 im Hinspiel scheint heute (18 Uhr/ZDF) Ernsthaftigkeit auch geboten: Die Bayern müssen in die berüchtigte „Hölle am Bosporus“, ins lauteste Stadion Europas. Clubchef Karl-Heinz Rummenigge erwartet einen „gewaltigen akustischen Orkan“, zugleich berichtete er: Nach dem bislang einzigen Auftritt der Münchner in Istanbul 1997 habe man „noch tagelang Ohrensausen gehabt wie nach einem Rolling-Stones-Konzert“.

Hölle hin oder her – dass sie deswegen ein 5:0 verspielen könnten, glauben die Münchner nicht. „Da habe ich keine Sorge. Wenn wir ein 5:0 nicht verteidigen, müssen wir aufhören“, sagte Präsident Uli Hoeneß. Selbst bei Besiktas wissen sie das. „Unser Traum vom Viertelfinale wurde brutal zerstört“, sagte Trainer Senol Günes.



Nicht mit an Bord war gestern unter anderem Arjen Robben. Eine reine Vorsichtsmaßnahme, wie Rummenigge betonte. Den Niederländer zwicke ein Nerv. Auch der Franzose Corentin Tolisso (Schienbeinprellung) blieb in München, ebenso die Langzeitverletzten Kingsley Coman (Syndesmose) und Manuel Neuer (Mittelfuß). Besiktas fehlen Pepe (Zehenbruch) und Domagoj Vida (Rotsperre).

Große Spannung herrscht dagegen beim zweiten Mittwochspiel. Barcelona empfängt Chelsea – das Hinspiel endete 1:1. Ein Schwergewicht wird also ausscheiden.

Rummenigge hat unterdessen die jüngste verblüffende Aussage von Trainer Jupp Heynckes zu seiner Zukunft in München als „Rolle rückwärts“ bezeichnet. Der 72-Jährige hatte vor dem Bundesligaspiel gegen den Hamburger SV (6:0) erklärt: „Ich habe bislang noch nie definitiv gesagt, dass ich am 30. Juni aufhören werde.“

Rummenigge versicherte: „Wir haben ein fantastisches Verhältnis und wir sind glücklich, wie wir im Moment dastehen, in der Bundesliga, in der Champions League, im DFB-Pokal. Wir wollen gar nicht mehr über Jupp Heynckes sprechen. Das nervt ihn.“ Überrascht war der Bayern-Vorstandschef von Heynckes’ Aussage nach eigenen Angaben nicht. Heynckes wollte das wiederum nicht mehr kommentieren: „Ich kann sagen, ich weiß, was ich will und was ich tue – und Sie müssen abwarten, bis die Entscheidung bekannt gegeben wird.“