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Ex-THW-Manager Schwenker wegen Betrugs angeklagt

Kiel. Den Vorzeige-Handballclubs aus Schleswig-Holstein droht in den kommenden Wochen großer juristischer Ärger. Die Kieler Staatsanwaltschaft erhob in der Affäre um angebliche Bestechung von Schiedsrichtern Anklage wegen Betrugs gegen den früheren Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker (Foto: dpa), und Ex-Trainer Noka Serdarusic. Das bestätigte ein Kieler Gerichtssprecher

Kiel. Den Vorzeige-Handballclubs aus Schleswig-Holstein droht in den kommenden Wochen großer juristischer Ärger. Die Kieler Staatsanwaltschaft erhob in der Affäre um angebliche Bestechung von Schiedsrichtern Anklage wegen Betrugs gegen den früheren Manager des THW Kiel, Uwe Schwenker (Foto: dpa), und Ex-Trainer Noka Serdarusic. Das bestätigte ein Kieler Gerichtssprecher. Die Anklage sei am Freitag bei der 5. Großen Strafkammer des Landgerichts eingegangen, sagte er. Schwenker werde Betrug und Untreue in mehreren Fällen, Serdarusic Betrug und Beihilfe zur Untreue vorgeworfen. Bei beiden Delikten drohen jeweils bis zu fünf Jahre Haft oder Geldstrafe. Ebenfalls am Wochenende wurde bekannt, dass die Kieler Staatsanwälte wegen Bestechlichkeit und besonders schwerer Untreue in mehreren Fällen gegen den ehemaligen Vorstandsvorsitzenden der Flensburger Sparkasse und aktuellen Präsidenten der SG Flensburg-Handewitt, Frerich Eilts ermitteln. Das bestätigte Oberstaatsanwalt Uwe Wick. Für die Anklagebehörde kündigte deren Sprecher Oberstaatsanwalt Manfred Schulze-Ziffer in der Schiedsrichteraffäre "in Kürze" eine Erklärung an. Die Staatsanwaltschaft ermittelt seit mehr als zehn Monaten gegen Schwenker und Serdarusic. Ob die 5. Große Wirtschaftsstrafkammer tatsächlich die Anklage zulässt und ein Verfahren eröffnet, entscheidet sich noch. Nach Informationen des Nachrichten-Magazins "Der Spiegel" stehen vor allem zwei Überweisungen des THW Kiel in Höhe von 92 000 Euro im Fokus der Strafverfolger, die auf ein Konto des kroatischen Geschäftsmanns Nenad Volarevic im April und Juni 2007 eingingen. Volarevic bezichtigte sich dem Bericht zufolge angeblich selbst, mit dem Geld zwei polnische Schiedsrichter bestochen zu haben, die am 29. April 2009 das Rückspiel des Champions-League-Finales in Kiel geleitetet hatten. Beide Schiedsrichter bestreiten dies jedoch. Schwenkers Anwalt Harald Riettiens wies im "Spiegel" jeglichen Korruptionsverdacht gegen seinen Mandanten zurück. Das im Rückspiel des Champions-League-Finales unterlegene Flensburg-Handewitt prüft dem Bericht zufolge wegen angeblicher Manipulation eine Schadenersatzklage gegen den THW. Sportrechtler Thomas Summerer, der die Flensburger vertritt, sagte dem "Spiegel": "Aus unserer Sicht gibt es in den Akten stichhaltige Indizien, dass das Champions-League-Finale 2007 manipuliert wurde." dpa