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Boxen
Weller kämpft nur noch mit seiner Frau

René Weller will von Ruhestand noch nicht wissen.
René Weller will von Ruhestand noch nicht wissen. FOTO: dpa / Marcel Mettelsiefen
Pforzheim. Der „schöne René“ wird 65. Demnächst erscheint die Biografie des früheren Box-Europameisters. sid

René Weller lässt beim Schattenboxen immer noch die Fäuste fliegen, er stemmt täglich Gewichte oder läuft eine Stunde durch den Wald. Älter werden muss auch der „schöne René“, aber von Ruhestand will Weller auch mit 65 nichts wissen. Nur Boxkämpfe mutet sich der Pforzheimer nicht mehr zu. „Ich kämpfe nur noch mit meiner Frau. Sie gewinnt meistens“, sagt Weller mit einem Schmunzeln. Ihm geht es gesundheitlich gut, heute feiert der frühere Box-Europameister im Familienkreis in Pforzheim seinen 65. Geburtstag und gleichzeitig den fünften Hochzeitstag mit Ehefrau Rosemarie.

Weller war früher Kult, er sorgte für gute Unterhaltung. Das Boxen heute langweilt den neunmaligen deutschen Meister eher. „Ich meine, dass die Qualität nachgelassen hat“, sagt Weller. Nach seiner Einschätzung wollen sich die jungen Boxer nicht mehr so quälen. „Es gibt keine Kämpfer mehr, die alle Leute in Deutschland kennen“, sagt er.

Das war zu seiner Zeit anders. Den „schönen René“ kannte in Deutschland fast jeder, auch deshalb, weil es der gelernte Heizungsmonteur und Goldschmied verstand, außerhalb des Rings Schlagzeilen zu schreiben. Mit seinem Image als Playboy bediente er gekonnt den Boulevard – nächstes Jahr soll seine Biografie erscheinen. Dass Weller in den 70er Jahren der beste Leichtgewichtsboxer in Deutschland war und von 55 Profikämpfen nur einen verlor, gerät zunehmend in Vergessenheit.