| 22:50 Uhr

Gladbach raus, Frankfurt weiter
Fohlen-Schock und Adler-Dusel

 Gladbachs Stürmer Marcus Thuram fasst sich nach einer vergebenen Chance an den Kopf. Sein Tor zum 1:0 genügte nicht zum Weiterkommen.
Gladbachs Stürmer Marcus Thuram fasst sich nach einer vergebenen Chance an den Kopf. Sein Tor zum 1:0 genügte nicht zum Weiterkommen. FOTO: dpa / Marius Becker
Mönchengladbach. Borussia Mönchengladbach scheidet in der Europa League aus, Eintracht Frankfurt kommt trotz Niederlage weiter. sid

Kapitän Lars Stindl flüchtete um kurz vor Mitternacht kommentarlos aus dem Borussia-Park, seine Mitspieler hockten noch enttäuscht in der Kabine. Der Schock über das gleichermaßen unerwartete wie unnötige Aus in der Europa League saß bei Borussia Mönchengladbach tief. Der internationale Absturz der Bundesliga-Überflieger durch die 1:2 (1:1)-Pleite gegen Istanbul Basaksehir schmerzte sportlich und finanziell.

Dieses Gefühl verspürte Eintracht Frankfurt nur dank der Schützenhilfe des FC Arsenal (2:2 bei Standard Lüttich) nicht. Nach der eigenen 2:3 (2:1)-Niederlage gegen Vitoria Guimaraes kritisierte Adi Hütter sein Team. „Wir haben uns nicht mit Ruhm bekleckert“, sagte der Trainer nach dem schwachen Auftritt. Sebastian Rode tat sich daher mit der Einordnung des Einzugs in die Zwischenrunde schwer. „Wir sind auf der einen Seite enttäuscht und auf der anderen Seite glücklich“, sagte der Mittelfeldspieler.

Die Gladbacher taten sich mit der Einschätzung leichter. „Das war ein bitterer Abend. Wir haben ein Ziel verpasst. Das fühlt sich nicht gut an“, sagte Trainer Marco Rose. Der sichtlich frustrierte Rose befürchtete durch den nicht einkalkulierten Rückschlag aber keine zeitnahen Auswirkungen auf die Fußball-Bundesliga. „Wir werden die Mannschaft wieder aufrichten. Wir werden über Dinge reden, die wir jetzt beeinflussen können. Und das sind die nächsten Bundesliga-Ergebnisse“, sagte Rose und versprach, die Begegnung beim VfL Wolfsburg an diesem Sonntag (15.30 Uhr/Sky) mit einem „klaren Kopf“ anzugehen.



Langfristig könnte sich das Scheitern in der Gruppenphase allerdings als Problem entpuppen – unabhängig von fehlenden Einnahmen. Der Spitzenreiter wird sich nach der Winterpause zwar voll auf die Liga konzentrieren, doch der breite Kader ist für mehr als einen Wettbewerb zusammengestellt. „Natürlich hätten wir gerne noch mehr Spiele im Frühjahr gehabt. Das bedeutet, dass wir einen knallharten und guten Konkurrenzkampf haben werden“, erklärte Rose, dessen Team schon in der zweiten Runde des DFB-Pokals gescheitert war.

Das Aus gegen den Tabellenvierten der türkischen Süper Lig war ärgerlich. Schon ein Punktgewinn hätte zum Einzug in die K.o.-Phase genügt, nach der Führung durch Marcus Thuram (32.) waren die Fohlen klar auf Kurs. Ein grober Patzer von Torhüter Yann Sommer ermöglichte aber den Ausgleich durch Irfan Kahveci (44.), beim entscheidenden Gegentreffer von Enzo Crivelli (90.) machten Nico Elvedi und Alassane Plea keine gute Figur. „Das ist schwer in Worte zu fassen“, klagte Patrick Herrmann, der Mitte der zweiten Halbzeit eine Großchance liegenließ.

Nach einer Analyse am Freitag richtete die Borussia den Blick aber auf das nächste Ziel: die Herbstmeisterschaft. „Wir müssen diese Niederlage schnell aus unseren Köpfen kriegen. Wir haben noch drei wichtige Spiele in der Bundesliga, die wollen wir alle gewinnen. Da müssen wir auf einem Top-Niveau sein“, sagte Mittelfeldspieler Denis Zakaria vor dem Jahresausklang. Schon in Wolfsburg wartet eine knifflige Aufgabe. Die Niedersachsen hatten zum Abschluss der Gruppenphase der Europa League AS Saint-Etienne mit 1:0 (0:0) bezwungen, das Erreichen der K.o.-Phase war schon vorher sicher. Daher geht Trainer Oliver Glasner optimistisch in die letzte Ligawoche. „Man hat gesehen, dass wir gute personelle Alternativen haben“, sagte der Österreicher.