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FC Bayern München
Endlich steht Hernández auf dem Platz

 Servus! Lucas Hernández winkt im Trainingslager am Tegernsee in die Kamera der Fotografen.
Servus! Lucas Hernández winkt im Trainingslager am Tegernsee in die Kamera der Fotografen. FOTO: dpa / Sven Hoppe
Rottach-Egern. Der Rekordtransfer des FC Bayern will zum Saisonstart fit sein. Das Warten auf Leroy Sané geht weiter. sid

Hasan Salihamidzic sah entspannt aus. Der Sportdirektor von Bayern München saß auf einer Bank vor einem Fitnesszelt am Rande des Trainingsplatzes in Rottach-Egern, ab und an telefonierte er. Auf der anderen Seite der roten Laufbahn trainierte endlich der teuerste Spieler in der Geschichte der Bundesliga. Salihamidzic käme es freilich sehr gelegen, wenn Lucas Hernández bald nur noch die Nummer zwei hinter Leroy Sané wäre.

Für Hernández, 23 Jahre alt, Weltmeister mit Frankreich, hat der FC Bayern die Rekordsumme von 80 Millionen Euro an Atlético Madrid überwiesen. Sané wäre erheblich teurer, ob er kommt, wird vielleicht an diesem Donnerstag etwas klarer werden: Ab 18 Uhr dürfen die 20 Klubs der Premier League keine Spieler mehr verpflichten. Das bedeutet: Wenn Manchester City Sané tatsächlich gehen ließe und folglich Ersatz benötigte, müsste es ziemlich schnell gehen.

Auch bei Hernández hat es gedauert, ehe ihn die Münchner bekamen – und ehe er erstmals mit seinen neuen Mitspielern trainieren konnte. Grund für die Verzögerung: eine Innenbandverletzung, die unmittelbar nach seiner Verpflichtung Ende März operiert wurde. Zum Saisonstart könnte er aber „zu hundert Prozent fit“ sein, sagt er. „Er hat sich als Top-Spieler gezeigt“, sagte Niklas Süle im Anschluss an die erste gemeinsame Einheit über den künftigen Nebenmann. Hernández ist als Innenverteidiger eingeplant, er kann aber auch links in der Vierer-Abwehr spielen – wie beim Gewinn des WM-Titels mit Frankreich.



Hernández genießt einen sehr guten Ruf. „Er ist ein Kämpfer, ein Krieger“, lobt der französische Nationaltrainer Didier Deschamps. „Der Stürmer Rummenigge hätte nur ungern gegen den Verteidiger Hernández gespielt“, sagt Münchens Klubchef Karl-Heinz Rummenigge. Hernández selbst erklärte im Bayern-Vereinsmagazin „51“, es gebe auf dem Spielfeld „nichts, was mich unruhig oder nervös werden lässt“. Und bereits als kleiner Junge habe er „zu kämpfen gelernt“. Der Vater verließ die Familie früh. Sein Bruder Theo, der bei Real Madrid unter Vertrag steht, und seine Mutter Laurence mussten „immer an einem Strang ziehen“. Vor allem seiner Mutter sei er „sehr dankbar, sie war immer für uns da. Wir konnten unseren Weg gehen.“ Dieser Weg geht nun vorerst bei Bayern München weiter.