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Europa League
Bullen-Duell ohne Stallorder

Die Salzburger Spieler bejubeln den Siegtreffer von Fredrik Gulbrandsen (unten) im Europa-League-Hinspiel bei RB Leipzig. Am heutigen Donnerstag steht in Österreich das Rückspiel an.
Die Salzburger Spieler bejubeln den Siegtreffer von Fredrik Gulbrandsen (unten) im Europa-League-Hinspiel bei RB Leipzig. Am heutigen Donnerstag steht in Österreich das Rückspiel an. FOTO: dpa / Jan Woitas
Salzburg. RB Leipzig steht in der Europa League im Auswärtsspiel bei RB Salzburg gewaltig unter Druck. dpa

Das Duell könnte pikanter kaum sein: Die Partie zwischen dem FC Red Bull Salzburg und Red-Bull-Club RB Leipzig wird maßgeblich über das Weiterkommen beider Vereine in der Europa League entscheiden. Salzburg reicht ein Remis, aber auch für Leipzig könnte ein Unentschieden am Ende genug sein. Die selbst ernannten RasenBallsportler sollten aber besser gewinnen, sonst könnte es eng werden für den Fußball-Bundesligisten in der Gruppe B im Kampf um den zweiten Platz mit den punktgleichen Schotten von Celtic Glasgow.

Kein Wunder, dass Leipzigs Geschäftsführer Oliver Mintzlaff, einst als weltweiter Fußballchef von Red Bull, bemüht ist, sämtliche Spekulationen vor dem Spiel am heutigen Donnerstag (18.55 Uhr, RTL Nitro und DAZN) zu entkräften. „Stallorder? Von wem soll die kommen?“, fragte der 43-Jährige in einem Interview der „Leipziger Volkszeitung“. „Nonsens“, sagte Mintzlaff. Red-Bull-Besitzer Dietrich Mateschitz mische sich „nullkommanull ins operative Geschäft ein, und auch ich habe keinen Einfluss auf Salzburg“. Salzburg und Leipzig hätten eine gemeinsame Vergangenheit, „aber weder eine gemeinsame Gegenwart noch Zukunft“.

Neben Mintzlaff war auch der Leipziger Trainer Ralf Rangnick einige Zeit für beide Vereine im Einsatz, von Mitte 2012 bis Mitte 2015 fungierte der mittlerweile 60-Jährige sowohl bei RB in Salzburg als auch bei RB in Leipzig als Sportdirektor. Was folgte, wird von den Leipziger Verantwortlichen gern als Entflechtungsprozess dargestellt. Die Sachsen verweisen darauf, dass in Salzburg Red Bull nicht mehr der Besitzer ist wie in Leipzig, sondern nur noch der Hauptsponsor.



Ausgerechnet unter dem gebürtigen Leipziger Marco Rose emanzipieren sich die Salzburger sportlich tatsächlich immer mehr von den Leipzigern, die mit ihrem rasanten Aufstieg nach der Vereinsgründung im Mai 2009 schnell den gefühlten Status des Red-Bull-Vorzeigevereins erreichten. Österreichs Serienmeister scheiterte Jahr für Jahr an der Champions-League-Qualifikation, Leipzig qualifizierte sich im ersten Bundesliga-Jahr auf direktem Weg. Auch dank Salzburg.

Die Liste von Spielern, die von Salzburg nach Leipzig transferiert wurden, reicht für mehr als eine Elf. Vermutet wird auch, dass einer der beiden Leipziger Winter-Neuzugänge, die seit Sommer feststehen, aber namentlich nicht genannt werden, Salzburgs Amadou Haidara ist. Er fällt nach einer Knieverletzung allerdings mehrere Monate aus.

Personell könnte die Lage auch bei den Leipzigern besser sein, ob Kevin Kampl (Sprunggelenk), Marcel Sabitzer (Wade) und Dayot Upamecano (Knie) spielen können, ist offen. Alle drei spielten einst bei RB Salzburg, am Samstag beim 0:1 der Leipziger beim VfL Wolfsburg hatten sie verletzt pausiert. In Salzburg werden die Leipziger aber ihre beste Formation in Bestform brauchen. Seit 52 Heimspielen in sämtlichen Wettbewerben verloren die Salzburger nicht mehr. Im Hinspiel in Leipzig hatte die Mannschaft von Rose zudem ihre Klasse gezeigt und mit 3:2 gewonnen. In 26 Pflichtspielen in dieser Saison kassierte Salzburg noch keine Niederlage. „Meine Jungs müssen immer liefern. Wir sind Red Bull Salzburg, das wird von uns erwartet“, sagt Rose.