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Es wird Zeit für Messi

Santiago. Lionel Messi wird nicht jünger, die Zeit für Titel mit der Nationalmannschaft läuft davon. Vor allem, weil mit Messi eine ganze Generation altert. Und adäquater Nachwuchs drängt sich in Argentinien nicht unbedingt auf. sid

Spanischer Meister, spanischer Pokalsieger und Champions-League-Gewinner ist er schon. Bei der Copa America kann sich Lionel Messi am Samstagabend womöglich endlich auch mit dem ersehnten Titel im Trikot der argentinischen Fußballnationalmannschaft dekorieren. Das Copa-Finale gegen Gastgeber Chile bietet die Riesenchance für den 28-Jährigen und eine Generation, die vor zehn Jahren, am 2. Juli 2005, im niederländischen Utrecht mit dem Titel bei der U20-Weltmeisterschaft die Hoffnungen auf goldene Zeiten auch für die "Albiceleste" schürte.

Ein Jahrzehnt aber verging ohne Titel für die A-Nationalmannschaft. Insgesamt wurden fünf Trainer verschlissen, ehe Gerardo Martino die Verantwortung von Alejandro Sabella nach dem verlorenen WM-Finale von Brasilien 2014 übernahm. "Die Copa zu gewinnen, würde etwas Großartiges abrunden", sagte Messi: "Ich möchte unbedingt etwas mit der Nationalmannschaft gewinnen." Gegen Chile steht für den viermaligen Weltfußballer das zweite große Finale in gut einem Jahr an. Und diesmal soll es nicht wie gegen Deutschland mit einer Niederlage enden.

Denn die nächste Chance dürfte es erst wieder bei der WM in Russland in drei Jahren geben. Und das könnte für die Argentinier zum Problem werden. Die Mannschaft kommt in die Jahre. Während der Endrunde 2018 würde Messi seinen 31. Geburtstag feiern, 21 der 23 Spieler aus dem WM-Kader von 2014 wären mindestens 30 Jahre alt. Eine Verjüngung hat Martino in der bisherigen Kürze seiner Amtszeit noch nicht vorgenommen, in Chile setzt er sogar noch mal auf Spieler wie den mittlerweile 34 Jahre alten ehemaligen Bundesliga-Profi Martin Demichelis.

Was einst eine Domäne der Argentinier war, bereitet nun Sorgen. 1979, 1995, 1997, 2001, 2005 und 2007 wurden die Südamerikaner U20-Weltmeister.

Diego Maradona (1979) und Messi (2005) nutzten diese Bühne. Bei der U20-WM jüngst in Neuseeland schieden die argentinischen Junioren aber sieglos aus. 2009 und 2013 schaffte Argentinien die Qualifikation nicht. Es ist also an der Zeit für Messi.