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„Es ist eine Ergebniskrise“

Konrad Fünfstück, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, und sein Kapitän Daniel Halfa flüchten sich vor dem Spiel gegen Sandhausen in Zweckoptimismus. Foto: thissen/dpa
Konrad Fünfstück, Trainer des 1. FC Kaiserslautern, und sein Kapitän Daniel Halfa flüchten sich vor dem Spiel gegen Sandhausen in Zweckoptimismus. Foto: thissen/dpa FOTO: thissen/dpa
Kaiserslautern. Vom Aufstiegsaspiranten zum Abstiegskandidaten. Nach zuletzt fünf Niederlagen in Folge muss der 1. FC Kaiserslautern dringend punkten, um nicht weiter in Richtung 3. Liga zu rutschen. Die Lage für die Pfälzer ist ernst. Mirko Reuther

Es sind altbekannte Sätze, die man beim abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten 1. FC Kaiserslautern vor dem Heimspiel am Sonntag (13.30 Uhr) gegen den SV Sandhausen hört. "Wir wollen den Bock umstoßen, eine sportliche Antwort auf dem Platz geben", sagt Kapitän Daniel Halfar. "Ich wehre mich dagegen, alles negativ zu reden, es ist eine Ergebniskrise", ergänzt Trainer Konrad Fünfstück.

Bei allem verständlichen Zweckoptimismus zeugen die Phrasen von Verharmlosung, vielleicht sogar Hilflosigkeit. Denn die Situation beim FCK ist ernst. Zwar beträgt der Vorsprung der Pfälzer auf den Abstiegsrelegationsrang noch sechs Punkte. Angesichts von fünf Niederlagen in Folge scheint die Dritte Liga aber ähnlich nah, wie beim Fast-Abstieg der Roten Teufel im Jahr 2008.

Auch die Vorzeichen vor dem Spiel gegen den Elften Sandhausen sind beunruhigend. Mit Außenverteidiger Chris Löwe (Schulterverletzung) und Innenverteidiger Tim Heubach (Muskelbündelriss) fehlen dem FCK zwei wichtige Defensivkräfte - möglicherweise sogar bis Saisonende. Bei Fortuna Düsseldorf kassierten die Pfälzer ohne die beiden Verteidiger vier Gegentreffer (3:4). Möglich, dass zumindest Löwe überhaupt nicht mehr im FCK-Dress auflaufen wird. Der Ex-Kapitän soll den Verein am Mittwoch darüber informiert haben, dass er seinen auslaufenden Vertrag nicht verlängern wird. Britische Medien hatten ihn zuvor mit dem englischen Zweitligisten Huddersfield Town in Verbindung gebracht.

Neben Löwe soll auch Rechtsverteidiger Jean Zimmer auf gepackten Koffern sitzen. Die "Stuttgarter Zeitung" berichtete, dass Zimmer und Bundesligist VfB Stuttgart Einigung über einen Wechsel zur kommenden Saison erzielt hätten.

Hoffnung schöpft Fünfstück aus der Länderspielpause am vergangenen Wochenende: "Nach den Negativerlebnissen die Reset-Taste zu drücken, das hat uns gut getan", sagt der Trainer, der nach eigener Aussage keinen Gedanken an seine persönliche Situation beim FCK verschwendet.

Stefan Kuntz , noch bis Saisonende Vorstandsvorsitzender beim FCK, hatte Fünfstück nach der Niederlage in Düsseldorf den Rücken gestärkt. Im Aufsichtsrat soll der Rückhalt für den 35-jährigen allerdings verhalten ausgefallen sein. "Der Vorstand und der Aufsichtsrat des FCK stehen geschlossen hinter Konrad Fünfstück. Wir sind uns sicher, dass er die Mannschaft wieder in die Erfolgsspur zurückbringt", meinte Kuntz. Wie viel diese Aussage wert ist, wird sich aber möglicherweise schon nach dem Spiel gegen Sandhausen zeigen.

"Ich kümmere mich nicht um Dinge, die ich nicht beeinflussen kann. Jeder im Verein muss seine Arbeit so tun, dass er am nächsten Morgen in den Spiegel schauen kann - ich kann das von mir behaupten", sagt Fünfstück und ergänzt: "Unser Anführer wie Daniel Halfar können mit Druck umgehen. Mit diesen Burschen ist mir vor Sandhausen nicht bange." Halfar selbst sagt: "Wir haben noch sieben Spiele, wir gehen jedes an als wäre es das letzte." Es sind Sätze, die nach Zweckoptimismus klingen - aber auch ein wenig hilflos.