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Fußball
SV Werder träumt von Europa

Gelsenkirchen. Die Bremer sind in 2019 noch ohne Pflichtspiel-Niederlage, die Schalker am Boden. sid

In Gedanken war Max Kruse schon in Berlin. „Ein Nordderby im Finale wäre nicht schlecht“, sagte der Offensiv-Star des SV Werder Bremen. Nach dem 2:0 (0:0) im Viertelfinale beim FC Schalke 04 darf beim Bundesliga-Sechsten geträumt werden – von der Rückkehr in den Europacup und vom Endspiel im DFB-Pokal, gerne gegen den Hamburger SV. Neun Jahre nach den letzten Spielen in der Champions League und zehn Jahre nach dem sechsten Pokaltriumph beginnt die Bremer Zukunft jetzt.

„Ich will nicht auf das nächste Jahr warten“, sagte Trainer Florian Kohfeldt nach dem zwölften Pflichtspiel 2019 ohne Niederlage. Die forsch formulierte Zielsetzung, nach Europa zurückzukehren, wird immer realistischer. Auch wenn der Werder-Trainer sein Team weiter als „Underdog“ sieht: „Wenn wir uns für das internationale Geschäft qualifizieren, wäre es eine Sensation. Wenn wir den Pokal holen, auch.“

Dort, wo die Hanseaten stehen, wollte Schalke eigentlich auch sein – mindestens. Stattdessen steht Huub Stevens vor einem Scherbenhaufen. „Ich weiß, woran es liegt“, sagte Stevens, auch Aufsichtsrats-Mitglied, nach dem Pokal-Aus und fügte grummelnd hinzu: „Ich kann nicht mehr dazu sagen, ich bin doch nicht verrückt.“ Wer die bemühte, aber spielerisch arg limitierte Schalker Mannschaft bei ihrer wettbewerbsübergreifend zehnten Heimpleite der Saison sah, wusste genau, was der Niederländer meinte. Für 160 Millionen Euro hatte der inzwischen zurückgetretene Manager Christian Heidel das Team in knapp drei Jahren umgebaut. Zum Vergleich: Werder gab in derselben Zeit 67 Millionen aus. Die Folgen der völlig verfehlten Schalker Personalpolitik zeigen sich Woche für Woche. Besserung ist vorerst nicht in Sicht.