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Fußball
Wagner findet Hopp-Schmähungen verrückt

Zuzenhausen. Auch TSG-Geschäftsführer Hansi Flick und Anwalt Christoph Schickhardt zeigen sich unversöhnlich.

(sid/dpa) Fußball-Nationalspieler Sandro Wagner vom Bundesligsten 1899 Hoffenheim hat kein Verständnis für die Schmähungen gegenüber Mehrheitseigner Dietmar Hopp. „Ich finde das verrückt“, sagte der Stürmer im Interview mit dem kicker: „Wie viele Milliardäre und reiche Leute haben wir in Deutschland, die in die Schweiz gehen, um Steuern zu sparen? Oder sich total zurückziehen und wenig bis gar nichts für unseren Sozialstaat tun? Und er ist in der Öffentlichkeit und gibt ihr so viel zurück.“

Beim 3:0-Erfolg der Hoffenheimer am Sonntag beim 1. FC Köln war Hopp durch Heim-Fans auf Plakaten und mit Sprechchören aufs Übelste beleidigt worden. Auch in anderen Bundesliga-Stadien wird der 77-Jährige regelmäßig attackiert, für Schmähplakate verhängte der Deutsche Fußball-Bund (DFB) zuletzt Geldstrafen. Hopp stellt bei Verunglimpfungen ohnehin jedes Mal selbst eine Strafanzeige.

„Wie kann ich da als dummer Fan in der Kurve diesen Mann beschimpfen? Das geht mir nicht in den Kopf. Man muss doch ein bisschen was in der Birne haben“, sagte Wagner weiter: „Ich habe noch nie länger als zwei Minuten mit ihm geredet. Ich weiß nur, was er gemacht hat und bin seit eineinhalb Jahren in dieser Region. Und wenn du dich erkundigst nach dem coolen Spielplatz um die Ecke oder nach dem nächsten Krankenhaus heißt es: Das hat Hopp gebaut. Du hörst auch von Einzelschicksalen, die er unterstützt.“



Auch TSG-Sport-Geschäftsführer Hansi Flick und Hopps Anwalt Christoph Schickhardt gaben sich derweil unversöhnlich. „Einfach widerlich“, nannte der frühere DFB-Sportdirektor die Plakate und Rufe und erklärte in der „Heilbronner Stimme“: „Wir akzeptieren keine Kölner Entschuldigungen mehr. In Köln gibt es bei den Vereinsoberen seit Jahren nur Achselzucken und Entschuldigungen.“ 1899-Mediendirektor Christian Frommert kündigte eine Anzeige an und sagte am Montag: „Auch wenn in den nächsten acht Spielen Plakate hochgehen, werden wir klagen.“

Kölns Präsident Werner Spinner zeigte sich derweil „zutiefst erschüttert“ über die neuerlichen Vorfälle. „Die Aussage von Herrn Flick nehme ich zur Kenntnis. Meine Erziehung und meine Werte sagen mir, dass ich mich dennoch bei Herrn Hopp entschuldige“, sagte er.