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Fußball
Voller Vorfreude auf die Bundesliga-Premiere

 Bibiana Steinhaus ist Schiedsrichterin des Jahres.
Bibiana Steinhaus ist Schiedsrichterin des Jahres. FOTO: dpa / Matthias Balk
Grassau. Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus wird ab der kommenden Saison als erste Frau Spiele in der höchsten deutschen Fußball-Liga leiten.

(sid) Am Vormittag „Kernthemen der Spielleitungsfähigkei“„, dann Mittagessen, die große Pressekonferenz, Aktivenbesprechung und erst um 21 die erholsame Massage: Der Terminplan von Bibiana Steinhaus im Trainingslager der deutschen Schiedsrichter in Grassau war am Mittwoch randvoll. Doch die Vorfreude auf ihre Premiere in der Fußball-Bundesliga steigt von Tag zu Tag.

„Das ist eine tolle Herausforderung – ich bin seit zehn Jahren in der 2. Liga aktiv und es ist der nächste Schritt“, sagte die 38-Jährige, die kurz zuvor zur „Schiedsrichterin des Jahres“ gekürt worden war, bestens gelaunt im schwarzen Trainingsanzug: „Ich habe nicht einen Tag an meiner Berufswahl gezweifelt. Das mache ich gerne, das liebe ich.“

Die Polizeibeamtin aus Hannover wird als erste Frau überhaupt Spiele der Bundesliga leiten. „Mich fasziniert das Gesamtrepertoire, auch mal gegen Widerstände zu arbeiten“, sagte Steinhaus, die sich derzeit mit ihren Kollegen im Golf Resort Achental vorbereitet: „Ich gestehe gerne, dass die Bundesliga noch einmal ein anderer Schritt ist. Ich habe noch intensiver gearbeitet.“ Erholung verspricht die Freizeitplanung am Samstag: Steinhaus trug sich für Regeneration statt Golf spielen oder Mountainbike fahren ein. Am Freitag wird das Videoporträt für den Deutschen Fußball-Bund (DFB) gedreht.



Der Anruf im Mai von DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich sei etwas „Besonderes“ gewesen, sagte die Unparteiische: „Ich hörte die Worte, aber der Glaube brauchte ein bisschen länger.“

Die Reaktionen auf ihre Beförderung „waren überwiegend positiv mit vielen Glückwünschen versehen – von Spielern und Trainern“, sagte Steinhaus: „Es kam eine ehrliche Freude auf die Zusammenarbeit auf.“

Für Fröhlich war es „einfach an der Zeit“, dass Steinhaus aufsteigt. „Sie hat sich über Jahre hinweg in der 2. Liga etabliert, sie stand auch an der Spitze“, sagte er und betonte aber auch: „Sie ist eine Ausnahmeerscheinung.“ DFB-Vizepräsident Ronny Zimmermann hofft dennoch auf einen „Boom“ bei den Schiedsrichterinnen: „Da hätten wir nichts dagegen.“ Lob bekam Steinhaus, die in der Bundesliga von ihren Assistenten Christoph Güntsche und Thomas Stein unterstützt werden wird, im Vorfeld schon von höchster Stelle. „Eine inspirierende Entscheidung der Bundesliga und eine starke Botschaft an den Rest der Welt: Wenn du gut genug bist, ist das Geschlecht irrelevant“, schrieb Fatma Samoura, Generalsekretärin des Fußball-Weltverbands Fifa, auf ihrer Facebook-Seite.

Steinhaus weiß nur zu gut, was ab 18. August auf sie zukommt. „Ob es mein Leben verändert, wird man sehen“, sagte sie: „Ich weiß nicht ob man Glück und Zufriedenheit von der Liga abhängig machen muss.“