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Unterkühlte Annäherung
Verlängert umworbener Hasenhüttl in Leipzig?

Kann sich eine Vertragsverlängerung bei RB Leipzig zumindest vorstellen: Trainer Ralph Hasenhüttl. Foto: Peter Steffen
Kann sich eine Vertragsverlängerung bei RB Leipzig zumindest vorstellen: Trainer Ralph Hasenhüttl. Foto: Peter Steffen FOTO: Peter Steffen
Leipzig. Echte Begeisterung sieht anders aus: Wenn Sportdirektor Ralf Rangnick oder Trainer Ralph Hasenhüttl über eine mögliche längere Zusammenarbeit bei RB Leipzig sprechen, drücken ihre Worte anderes aus, als der Beobachter allgemein wahrnimmt. Von Carsten Lappe, dpa

Als Rangnick am Samstag nach dem 3:2 (1:0) des Vizemeisters bei Hannover 96 mal wieder auf die Trainer-Thematik angesprochen wurde, klang die Antwort abgeklärt und nüchtern. Die eigentliche Aussage war: Der Club und Coach Hasenhüttl haben bereits Gespräche über eine Verlängerung des Vertrages über 2019 hinaus geführt; mal sehen, was daraus wird.

„Er hat gesagt, dass er ein Interesse hat, mit uns die Gespräche fortzusetzen. Wir wollen das jetzt weiterführen und sehen, ob wir eine Grundlage finden, über 2019 hinaus weiter zusammenzuarbeiten“, sagte Rangnick im Wortlaut. Reichlich zurückhaltend gemessen daran, dass der Trainer, der Leipzig zur Vize-Meisterschaft, in die Champions League und aktuell bis ins Viertelfinale der Europa League geführt hat, angeblich von anderen Topclubs umworben ist. „Wenn andere Vereine einen Trainer suchen, dann ist das nicht unser Problem“, sagte Rangnick dazu kühl.

Ein konkretes Angebot für einen Wechsel Hasenhüttls zur neuen Saison etwa zu Bayern München oder Borussia Dortmund soll bislang nicht vorliegen. Gefragt scheint der 50 Jahre alte Österreicher dennoch zu sein. Ob das auch für Leipzig gilt, ist offen. Rangnick vermied ein klares Bekenntnis, mit Hasenhüttl unbedingt verlängern zu wollen. Bei den Ausführungen des Sportdirektors wurde man den Verdacht nicht los, dass RB auf Zeit spielt - um möglicherweise abzuwarten, ob Hasenhüttl Leipzig erneut in die Champions League führen kann.



Die Chancen dafür sind an Ostern eher besser geworden. Leipzig rettete den verdienten Sieg in Hannover auch durch eine turbulente Endphase, Konkurrent Bayer Leverkusen hingegen kam über ein 0:0 gegen Augsburg nicht hinaus. Nach dem sechsten Spiel ohne Niederlage in Serie zog der Red-Bull-Club an der Werkself in der Tabelle vorbei. Der Abstand zu Borussia Dortmund auf Rang drei beträgt nach deren Niederlage gegen den FC Bayern nur noch zwei Punkte.

„Wir sind in einer guten Spur“, drückte es Emil Forsberg, Torschütze zum 1:0 (16. Minute), aus. Grund dafür ist laut den Spielern vor allem auch Hasenhüttl. „Wir gehen natürlich davon aus, dass er bei uns im Verein bleibt“, sagte Yussuf Poulsen, der das 3:1 (76.) und damit den entscheidenden Treffen zum Sieg erzielte. So sicher waren sich die Beobachter zuletzt indes nicht mehr. Da waren das kolportierte Interesse aus Dortmund und München und Berichte über angebliche Uneinigkeiten zwischen Hasenhüttl und Rangnick. Demnach soll es Differenzen über die Ausrichtung des Clubs gegeben haben. Während der Brause-Club mit jungen Talenten dauerhaft höchste Ansprüche erfüllen will, sieht Hasenhüttl diesen Spagat kritisch.

Sollten all diese möglichen Differenzen letztendlich gar nicht so gravierend sein, verpassten beide Seiten Gelegenheiten, dies klarzustellen. Denn vor allem Hasenhüttls Aussagen in der vergangenen Woche sorgten dafür, dass Rangnick so genau zur Trainer-Situation befragt wurde. Hasenhüttl hatte gesagt, dass er sich sehr wohl vorstellen könne, über 2019 hinaus Trainer bei RB zu bleiben. Gestik und Mimik unterstrichen dies aber nicht unbedingt.

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Hasenhüttl-Aussagen bei Sky Sport News HD