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Fußball-Bundesliga
Tedesco bleibt trotz starkem Start bescheiden

 Obwohl er gegen RB nur Bankdrücker war, verhielt sich Benedikt Höwedes vorbildlich.
Obwohl er gegen RB nur Bankdrücker war, verhielt sich Benedikt Höwedes vorbildlich. FOTO: dpa / Ina Fassbender
Gelsenkirchen. Perfekter Einstand für den neuen Trainer: FC Schalke 04 schlägt Vizemeister RB Leipzig mit 2:0.

Das verdiente Lob für sein Traumdebüt als Bundesliga-Trainer überließ der neue Hoffnungsträger seinen Spielern. „Ich habe nichts gemacht“, wies Domenico Tedesco sämtliche Glückwünsche für die überraschend tadellose Leistung des FC Schalke 04 fast empört zurück. Auch auf bohrende Nachfragen tat der 31 Jahre alte Trainer-Novize so, als hätte er den geringsten Anteil am hoch verdienten 2:0 (1:0)-Sieg im Topspiel gegen Vizemeister RB Leipzig: „Es war eine leidenschaftliche Partie von uns. Deswegen haben wir gewonnen. Der Grund war das Marschieren der Mannschaft und nicht der Matchplan.“

Der Algerier Nabil Bentaleb brachte den Revierclub vor 61 435 Zuschauern in der 43. Spielminute per Foulelfmeter in Front. Jewgeni Konopljanka (73.) machte den ersten Bundesligasieg gegen die Sachsen nach einem tollen Konter perfekt. Und bei wem man sich auch umhörte: Die „große soziale Kompetenz“ (Christian Heidel, Leon Goretzka) des neuen Mannes wurde allenthalben besonders hervorgehoben, was Rückschlüsse auf die Fähigkeiten des entlassenen Vorgängers Markus Weinzierl zulässt.

Dass es überdies keinen Knatsch mit dem abgesägten Ex-Kapitän Benedikt Höwedes gab, war für den neuen Trainer ähnlich wertvoll wie der Sieg. Als Höwedes nach 90 Minuten auf der Ersatzbank von der Fankurve frenetisch gefeiert wurde, hielt Tedesco respektvoll 25 Meter Abstand. Anschließend wies er dem beliebten Weltmeister psychologisch sehr geschickt einen ordentlichen Anteil am Erfolg zu. „Er hat die Mannschaft gepusht, eine Ansprache in der Kabine gehalten, das war weltklasse“, lobte Tedesco – auch wenn der neue Kapitän Ralf Fährmann sich daran gar nicht erinnern konnte.



Höwedes verhielt sich vorbildlich. Er jubelte bei den Toren glaubhaft mit, und er lief sich in der zweiten Halbzeit für einen Einsatz warm, den es nicht gab. Nur sprechen wollte der Weltmeister nicht. Zumal Ersatzmann Thilo Kehrer der beste Mann auf dem Platz war.