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Fußball
Schubert rückt ins Rampenlicht

 Markus Schubert vertritt den gesperrten Alexander Nübel im Schalker Tor – auch beim Spiel gegen den FC Bayern.
Markus Schubert vertritt den gesperrten Alexander Nübel im Schalker Tor – auch beim Spiel gegen den FC Bayern. FOTO: dpa / Rolf Vennenbernd
Gelsenkirchen. Der FC Schalke tritt erneut ohne Torhüter Nübel zum Topspiel beim FC Bayern an. sid

In den turbulentesten Tagen seiner Karriere geht Alexander Nübel konsequent auf Tauchstation. Nicht reden, nicht auffallen – und zwangsweise auch kein Rampenlicht: Durch eine Rotsperre fällt das Vorspielen bei seinem künftigen Verein Bayern München und seinem baldigen Konkurrenten Manuel Neuer an diesem Samstag (18.30 Uhr) ins Wasser.

Im Tor von Schalke 04 wird erneut ein anderer stehen. Markus Schubert könnte Nübel, der laut Sportvorstand Jochen Schneider trotz seiner kontroversen Entscheidung „bis zum Ende in unserer Schalke-Familie bleibt“, dauerhaft auf die Bank verbannen. „Wenn er in München abliefert, wird es schwierig, ihn aus dem Tor zu nehmen“, sagte Berater Stephan Backs, der derzeit für Nübel an allen Fronten den medialen Prellbock gibt: „Aber wenn der Trainer David Wagner der Meinung ist, Alex sei der bessere Torwart, dann sollte es auch ums Sportliche gehen und nicht ums Drumherum.“

Die Königsblauen setzen inmitten des Torhüter-Trubels auf die Option Wagenburg. „Alex Nübel hat nichts Unrechtes getan. Er klagt sich nicht raus, er streikt sich nicht raus, er gibt 100 Prozent für Schalke 04“, betonte Sportvorstand Schneider. Niemand dürfe vergessen, welch „großartige Leistungen“ Nübel im Abstiegskampf der Vorsaison geboten habe: „Er bleibt in unserer Familie. Und niemand sieht es gerne, wenn ein Teil der Familie herausgepickt und angegriffen wird.“



Die Schalker haben es damit geschafft, die Unruhe vom Verein und der Mannschaft fernzuhalten. Das 2:0 gegen Borussia Mönchengladbach zum Rückrundenstart war dabei hilfreich, der Wintertransfer von Leihspieler Jean-Clair Todibo (FC Barcelona, Kaufoption 25 Millionen Euro) könnte schon beim FC Bayern einen weiteren Schub geben. Ob dann nach der Saison ein Ex-Schalker einen anderen Ex-Schalker aus dem Münchner Tor verdrängt, kann den Verantwortlichen herzlich egal sein.

Es zählt die – gemessen an der vergangenen Spielzeit und dem Beginn der laufenden Saison – erstaunlich rosige Gegenwart. Am zweiten Spieltag war Schalke beim 0:3 gegen die Münchner noch ohne jede Chance, inzwischen haben die Gelsenkirchener den Kopf weit oben. „Wir haben uns extrem weiterentwickelt“, sagte Schneider: „Unser Ziel ist es, auch in München gut Fußball zu spielen. Wenn wir das tun, haben wir eine höhere Wahrscheinlichkeit, etwas mitzunehmen.“

Gründe zum Optimismus gibt es reichlich: Die Schalker haben nach 18 Spieltagen so viele Punkte (33) wie im Vorjahr nach 34, nur sechs Treffer trennen die Königsblauen von ihrer Tormarke der Vorsaison (37). Winterzugang Michael Gregoritsch vom FC Augsburg schlug gegen Gladbach prächtig ein – und nur Herbstmeister RB Leipzig hat in der Liga seltener verloren.