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Fußball
Der Spitzenreiter startet mit allerlei Transfergerüchten

 Benjamin Henrichs (links) hat bisher drei Länderspiele bestritten – das letzte hier beim Confederations Cup 2017 in Russland gegen Mexiko.
Benjamin Henrichs (links) hat bisher drei Länderspiele bestritten – das letzte hier beim Confederations Cup 2017 in Russland gegen Mexiko. FOTO: dpa / Christian Charisius
Leipzig. RB Leipzig nimmt an diesem Montag als letzter Bundesliga-Verein die Vorbereitung auf. Der Wechsel von Benjamin Henrichs stockt weiterhin. sid

Erfolg hat seinen Preis. Das bekommt derzeit RB Leipzig zu spüren. Nach der starken Hinrunde kursieren beim Herbstmeister der Fußball-Bundesliga etliche Transfergerüchte. Angeblich sind Top-Clubs wie Bayern München oder Tottenham Hotspur an einigen Profis des Hinrunden-Primus interessiert, der an diesem Montag (11 Uhr) als letzter Bundesliga-Verein in die Vorbereitung startet.

Ein Objekt der Begierde ist Rechtsverteidiger Lukas Klostermann, der mit dem FC Bayern in Verbindung gebracht wird. Der Rekordmeister soll sich eine Verpflichtung des Nationalspielers vorstellen können, damit Joshua Kimmich konstant im defensiven Mittelfeld spielen kann. Laut Sky zeige auch Borussia Dortmund Interesse an dem 23-Jährigen (Vertrag bei RB bis 2021).

Champions-League-Finalist Tottenham Hotspur hat laut übereinstimmenden Medienberichten ebenfalls seine Fühler nach Sachsen ausgestreckt. Leipzigs Gegner im Achtelfinale der Königsklasse kann sich offenbar eine Verpflichtung von Abwehrspieler Nordi Mukiele vorstellen, den die Spurs bereits vor seinem Wechsel von Montpellier nach Leipzig 2018 auf dem Zettel hatten.



Da wundert es nicht, dass Leipzig seinerseits Ausschau nach Flügelspielern hält. Ganz oben auf der Wunschliste steht weiterhin Defensiv-Allzweckwaffe Benjamin Henrichs (AS Monaco). Henrichs jetziger Club verlangt allerdings 25 Millionen Euro, Leipzig will aber nur 20 Millionen Euro für den ehemaligen Leverkusener zahlen. RB-Sportdirektor Markus Krösche deutete in der Causa Henrichs bereits an, dass nicht so schnell mit einem Abschluss zu rechnen sei. „Es kann noch etwas dauern“, sagte Krösche: „Grundsätzlich versuchen wir, Transfers so früh wie möglich abzuschließen, damit der Spieler schnell bei der Mannschaft ist und der Trainer mit ihm arbeiten kann.“

Trainer Julian Nagelsmann wird die Gerüchte relativ entspannt verfolgen. Eins ist sicher: Der 32-Jährige wird zur Rückrunde eine extrem motivierte Mannschaft aufs Feld schicken, auch weil für RB die Chancen auf den Titel noch nie so gut standen. Nagelsmann nimmt sein Team clever aus der Favoritenrolle. „Aktuell sind wir noch nicht gut genug, um Meister zu werden“, sagte der Trainer in einem Interview. Er glaubt, dass sein Team nur deshalb oben steht, weil Bayern und Dortmund schwächeln. „Aber es wäre ratsam, wenn wir gegen die auch mal gewinnen“, sagte der Coach nach zwei Remis.

Für RB Leipzig spricht, dass der Druck anders als in Dortmund oder München relativ gering ist. Wenn RB Dritter oder Vierter wird und trotzdem in die Champions League einzieht, kann die Saison als Erfolg gewertet werden – das ginge in München oder Dortmund nicht.