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Verteidigungsrede
Hoffenheimer Unruhe: Vogt beklagt „Lügen“ über Nagelsmann

Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann (r) klatscht nach dem Spiel in Berlin seinen Spieler Benjamin Hübner ab. Foto: Annegret Hilse
Hoffenheim-Coach Julian Nagelsmann (r) klatscht nach dem Spiel in Berlin seinen Spieler Benjamin Hübner ab. Foto: Annegret Hilse FOTO: Annegret Hilse
Berlin. Die heile Fußball-Welt von Julian Nagelsmann bei 1899 Hoffenheim bekommt erste Risse. Das fünfte sieglose Spiel in Serie, ein kolportierter Dissens mit Teilen der Mannschaft - angesichts der akuten Unruhe sprang Kevin Vogt seinem Coach mit einer flammenden Verteidigungsrede bei. Von Florian Lütticke, dpa

„Wir stehen hinter Julian und Julian steht hinter uns“, betonte der Kapitän nach dem 1:1 bei Hertha BSC und geißelte den Medienbericht, wonach Spieler von Nagelsmann abrücken sollen, als „Lügen“. „Letztes Jahr, als es lief, war alles super. Jetzt kommt mal ein bisschen Gegenwind.“

Auch Nagelsmann selbst war sichtlich um Gelassenheit bemüht. „Man hat heute gesehen, dass da kein Bruch ist und auch kein Riss“, bewertete der 30-Jährige den Auftritt in der Hauptstadt. Im weinroten Strickpulli stand der 30-Jährige im Türrahmen des Presseraums im Olympiastadion und berichtete von einer „eindrucksvollen Botschaft“ seines Teams im Abschlusstraining. So habe seine Mannschaft einige Worte an ihn gerichtet, die genauen Aussagen ließ Nagelsmann allerdings offen. „Dass man auch mal seine Unzufriedenheit äußern darf, ist normal“, sagte er über den angeblichen Ärger. „Ich verlange gar nicht, dass man sich immer lieb hat.“

Doch bei aller betonten Entspanntheit bleibt die sportliche Misere der Kraichgauer offensichtlich. Nach einer ordentlichen ersten Hälfte mit dem Führungstreffer durch Andrej Kramaric (38. Minute) per Foulelfmeter reichte es nach dem Berliner Ausgleich von Salomon Kalou (58.) erneut nicht zum ersten Rückrundensieg. Der Abstand auf die angestrebten Europapokalplätze ist nach dem 21. Spieltag erneut angewachsen.



Zu allem Überfluss muss Hoffenheim mehrere Wochen auf Kerem Demirbay verzichten. Der Confed-Cup-Sieger hat sich einen Außenband-Riss und einen Syndesmose-Anriss im rechten Sprunggelenk zugezogen, wie der Club am Sonntag mitteilte. „Das ist keine gute Nachricht, wenngleich auch eine noch schlimmere Verletzung zu befürchten war“, sagte Nagelsmann.

Zu allem Überfluss droht nun auch noch eine längere Zwangspause für Kerem Demirbay. Der Confed-Cup-Sieger musste direkt nach seiner offensichtlich schweren Fußverletzung ins Krankenhaus, noch aus der Kabine schickte das Team ihm Genesungswünsche. „Der arme Kerl“, sagte Keeper Oliver Baumann und schlug bei der Frage nach Demirbay auch Minuten nach Schlusspfiff immer noch geschockt die Hände vors Gesicht. „Das hat uns alle getroffen. Ich wünsche ihm gute Besserung. Der hat's gerade nicht einfach, da müssen wir als Team für ihn da sein.“ Demirbay war gerade erst nach einer Oberschenkelverletzung ins Team zurückgekehrt.

Nun muss es gegen den FSV Mainz kommenden Samstag voraussichtlich ohne den Offensivantreiber mit dem ersten Sieg seit Mitte Dezember klappen. „Das Momentum fehlt, das Pendel schlägt nicht in unsere Richtung“, beklagte Nagelsmann auch das fehlende Glück.

Neben der erhofften Rückkehr zu sportlichem Erfolg muss er diese Woche auch noch ein anderes Problemfeld moderieren. Vor dem Strafstoß kickte Kramaric dem bereits als Schützen bereitstehenden Nadiem Amiri den Ball weg - und verwandelte selbst. „Das werden wir schon nochmal ansprechen“, kündigte Nagelsmann an, sagte aber auch: „Die beiden haben sich schon ausgesprochen, das ist kein großes Drama.“

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