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Russland wirbt um 96-Profi
Anton ist mit 22 der jüngste Kapitän der Bundesliga

Höhenflug: Waldemar Anton (links), hier gegen den Nürnberger Hanno Behrens, ist seit Saisonbeginn Kapitän bei Hannover 96.
Höhenflug: Waldemar Anton (links), hier gegen den Nürnberger Hanno Behrens, ist seit Saisonbeginn Kapitän bei Hannover 96. FOTO: dpa / Daniel Karmann
Hannover. Der Senkrechtstarter von Hannover 96 weiß noch nicht, für welches Nationalteam er spielen möchte. sid

Roy Makaay spornte den kleinen „Wowa“ jeden Tag an. So ein gefährlicher Torjäger wie der frühere Bayern-Star wollte Waldemar Anton von Bundesligist Hannover 96 auch werden. Ein Poster über seinem Bett motivierte ihn jeden Tag für sein großes Ziel. Anton erinnert sich noch gut an seine Kindheit. An die Zeit als Straßenfußballer, als am südwestlichen Stadtrand von Hannover alles begann. „Wir haben über einem Dönerladen gewohnt. Die Fahrradständer davor haben wir zu Toren umfunktioniert und drei gegen drei gespielt. Am Ende hat der Gewinner einen Döner bekommen“, erzählte Anton kürzlich, es sei „eine schöne Zeit“ gewesen.

Trotz seiner Vorliebe für den Niederländer Makaay – Stürmer wurde Anton nicht. Der U21-Nationalspieler legt bei Hannover 96 dennoch eine steile Karriere hin. Und kurz vor der Saison machte ihn Trainer Andre Breitenreiter zu seinem neuen Kapitän, dem mit 22 Jahren jüngsten in der gesamten Bundesliga.

Anton ist inzwischen nicht nur in der Bundesliga eine feste Größe, auch international hat er Begehrlichkeiten geweckt. Zuletzt bestätigte Anton ein Gespräch mit dem russischen Nationaltrainer Stanislaw Tschertschessow, der russische Verband will den Verteidiger abwerben. „Es hat nur ein lockeres Kennenlernen gegeben“, sagte Anton.



Entschieden, für welches Land er zukünftig spielen will, hat sich der 96-Kapitän, der noch einen Vertrag bis 2021 hat, offenbar noch nicht. Auch wenn ihn dieses Thema ehrt, will er sich lieber auf seine tägliche Arbeit konzentrieren, sagt Anton.

Hintergrund der russischen Avancen: Der 22-Jährige hat zwar sieben U21-Länderspiele für Deutschland, aber noch kein A-Länderspiel absolviert und könnte daher noch das Nationaltrikot wechseln. Der Sohn von Spätaussiedlern kommt gebürtig aus Olmaliq (Usbekistan) und zog mit seinen Eltern im Alter von zwei Jahren nach Deutschland. Und gut, dass ihn sein Vater dort zum Fußball brachte. Denn „als wir nach Deutschland gekommen sind, wollte ich eigentlich erst Karate-Kämpfer werden“, sagt Anton, noch heute ein Fan der Filme mit Jean-Claude Van Damme: „Dort ging es mir aber zu viel um Krafttraining.“