| 22:50 Uhr

FSV Mainz 05
Lässt Mateta den FSV wieder jubeln?

Immer nach vorn: Jean-Philippe Mateta zeigt die Richtung beim FSV Mainz 05 an. Am Sonntag im Heimspiel gegen Hannover hoffen die 05er auf weitere Tore des Neuzugangs, der in den letzten vier Partien drei Mal traf.
Immer nach vorn: Jean-Philippe Mateta zeigt die Richtung beim FSV Mainz 05 an. Am Sonntag im Heimspiel gegen Hannover hoffen die 05er auf weitere Tore des Neuzugangs, der in den letzten vier Partien drei Mal traf. FOTO: dpa / Patrick Seeger
Mainz. Mit 23 000 Zuschauern rechnet Mainz 05 für das „Spiel der Herzen“ gegen Hannover 96. Die gesammelten Gelder gehen an karitative Organisationen. Mit einem Sieg gegen den Vorletzten winkt Mainz der Sprung in die vordere Tabellenhälfte.

Sandro Schwarz hat nicht die allerbesten Erinnerungen an Hannover 96. Sein Premierenspiel als Trainer in der Fußball-Bundesliga verlor der Übungsleiter des FSV Mainz 05 am 19. August 2017 mit 0:1, auch der Rückrundenauftakt ging in der Vorsaison mit 2:3 daneben. Die Punktlosigkeit gegen die Niedersachsen in der Ära Schwarz soll am Sonntag (15.30 Uhr/Sky) im vorletzten Heimspiel des Jahres ein Ende haben. „Die Punkte sollen hierbleiben“, betonte Schwarz am Freitag.

Mit dem vierten Sieg im fünften Pflichtspiel würden sich die Mainzer im gesicherten Tabellenmittelfeld etablieren. „Wir machen gerade eine gute Phase durch. Unsere Entwicklung stimmt“, erklärte Schwarz. Der Tabellenvorletzte aus dem Norden werde aber auf keinen Fall unterschätzt. Auch die aufkommenden Turbulenzen um Trainer André Breitenreiter nach nur neun Punkten aus 13 Spielen werden lieber ausgeblendet. „Das wird ein Kampfspiel mit vielen Emotionen. Hannover ist wegen der taktischen Grundordnungen schwer auszurechnen. Wir müssen uns auf einiges einstellen“, sagte der 05-Coach. Die 96er stuft er als „sehr gute Bundesligamannschaft“ ein.

Das glückliche 1:0 am vergangenen Spieltag beim Aufsteiger Fortuna Düsseldorf haben Spieler und Trainerstab gewissenhaft und durchaus kritisch analysiert. „Manches war gar nicht so schlecht, wie es sich zunächst angefühlt hat“, berichtete Schwarz nach eingehendem Videostudium.



Gegen Hannover fordert der 40-Jährige nun wieder eine Topleistung wie gegen Dortmund. „Wir brauchen mehr Tempo, mehr Passschärfe. Wir müssen die Ballverluste minimieren, immer im Vorwärtsgang bleiben. Dazu brauchen wir unsere Mentalität und viel Leidenschaft. Wir wollen unsere Fans glücklich machen“, sagte Schwarz.

Hannover sei zwar defensiv meist gut geordnet, dennoch haben die Niedersachsen mit 28 Gegentoren bisher doppelt so viele Treffer kassiert wie die 05er. In der Offensive gilt es vor allem, Niclas Füllkrug auszuschalten. Beim 3:2 zu Jahresbeginn schoss der 25-Jährige alle drei Tore.

Treffsicher ist auf Mainzer Seite derzeit Jean-Philippe Mateta mit drei Toren in vier Spielen. Auch die Deutsch-Kenntnisse des Franzosen verbessern sich. Wie Schwarz berichtete, titulierte der 21-Jährige beim beliebten Vier-gegen-Zwei-Spiel ein in den Kreis rollendes zweites Spielgerät mit dem akzentfreien Ausruf „Störball“. Die Wortschöpfung sorgte für Heiterkeit und wird sicher zum gefügelten Wort im Trainingsalltag.

Mateta träumt indes weiter von der Berufung in die französische A-Nationalmannschaft. Gute Argumente lieferte der Stürmer zuletzt mit seinen Toren. „Ich strebe nach dem maximalen Erfolg. Ich bin ein Wettkämpfer, der jede Saison, jeden Tag das Beste rausholen und gewinnen will“, antwortete Mateta auf die entsprechende Frage im Kicker-Interview. Nach drei Treffern in den letzten vier Spielen sei er auf einem guten Weg. „Aber es ist noch nicht meine Bestform, es geht noch mehr“, sagte der 21-Jährige, der im Sommer für acht Millionen Euro vom französischen Erstligisten Le Havre nach Mainz gewechselt war und für die die U21-Auswahl des Weltmeisters bislang vier Spiele bestritten hat.