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Fußball
Gewinner und Verlierer der Bayern

 Trainer Hansi Flick ist einer der Gewinner des Trainingslagers der Bayern in Katar.   Foto: Peter Kneffel/dpa
Trainer Hansi Flick ist einer der Gewinner des Trainingslagers der Bayern in Katar. Foto: Peter Kneffel/dpa FOTO: dpa / Peter Kneffel
Doha. Das Trainingslager in Katar war für den Rekordmeister sehr erkenntnisreich. Nationalspieler Gnabry konnte wegen Achillessehnenproblemen nicht mit dem Team trainieren. dpa

Regen in der Wüste – zum Abschluss des Trainingslagers erlebten die langjährigen Dauergäste des FC Bayern in Katar noch ein seltenes Schauspiel. Der Wetterumschwung änderte nichts am positiven Fazit des Sportdirektors. „Das Trainingslager war ein bisschen intensiver als die, die wir in den letzten zwei, drei Jahren hatten. Die Jungs haben alle sehr gut mitgezogen“, urteilte Hasan Salihamidzic erfreut.

Als ein Gewinner trat Hansi Flick die Rückreise nach Nürnberg an, wo die Bayern am Samstag (15.30 Uhr) die Generalprobe für den Bundesliga-Rückrundenstart gegen Hertha BSC bestreiten. Der Trainer schärfte in Katar sein Profil, und das nicht nur mit der forschen Ansage an die Bosse, auf die Verletzungsmisere mit der Verpflichtung von „mindestens zwei Spielern“ zu reagieren.

Mit dem verfügbaren Personal arbeitete Flick intensiv. Er führte die hauseigenen Talente um den auffälligen Joshua Zirkzee näher ans Profiteam heran und schürte mit etlichen Wettkampfformen den Siegeswillen. Flick will in Bundesliga, DFB-Pokal und auch in der Champions League angreifen. „Es ist das Ziel, das Maximale herauszuholen“, sagte der 54-Jährige. Schon vor dem Frühstück setzte er eine Laufeinheit um 7.30 Uhr an – das gab es in Katar zuletzt 2013 im einzigartigen Triple-Jahr unter Jupp Heynckes.



Der große Verlierer war Serge Gnabry. Der Nationalspieler konnte wegen Achillessehnenproblemen nicht ein Mal mit der Mannschaft trainieren. Es war eine verlorene Woche für den Flügelstürmer, anders als bei Torjäger Robert Lewandowski, der nach einer Leisten-OP daheim in München seine Reha absolvierte und gegen Hertha fit sein dürfte.

Ein Rätsel bleibt Philippe Coutinho. „Brav“ nannte Teamkollege David Alaba einen Gesangsauftritt des Brasilianers beim Teamabend. Brav statt feurig waren auch die Trainingsauftritte des Technikers. „Was Philippe mit dem Ball kann, ist atemberaubend“, sagte Alaba zwar. Aber Coutinho agiert im Training emotionslos, ist mehr Statist als Protagonist, wie es ein Anführer wie Kapitän Manuel Neuer ist.

Eine spektakuläre Drei-Tore-Gala gegen Werder Bremen wird die Münchner Bosse kaum dazu bewegen, im Sommer 120 Millionen Euro für den Leihspieler an den FC Barcelona zu überweisen. Viel Geld werden sie lieber für Nationalspieler Leroy Sané von Manchester City ausgeben wollen, der nach seiner Knieverletzung als Winter-Transfer aber „kein Thema“ ist, wie Salihamidzic in Doha erklärte.

Coutinho-Konkurrent Thomas Müller war in jeder Einheit präsent. Der 30-Jährige ist hungrig und einer der Profiteure des Trainerwechsels. Ebenso der zum Abwehrchef beförderte Alaba oder der junge Kanadier Alphonso Davies, der sich als linker Verteidiger etabliert hat. Ein Profiteur des Ausfalls von Kingsley Coman und Gnabry zum Start in die Rückrunde könnte Routinier Ivan Perisic werden. Der Leihspieler beeindruckte im Trainingslager mit einer auffälligen Abschlussquote.