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Frankfurter Jovic begeistert
Sturm-Juwel ohne Stammplatz-Garantie

Luka Jovic ist nach seinen fünf Toren beim 7:1-Erfolg der Frankfurter Eintracht gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in aller Munde. Der Serbe war 2017 von Benfica Lissabon an den Main gewechselt.
Luka Jovic ist nach seinen fünf Toren beim 7:1-Erfolg der Frankfurter Eintracht gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in aller Munde. Der Serbe war 2017 von Benfica Lissabon an den Main gewechselt. FOTO: dpa / Arne Dedert
Frankfurt. Luka Jovic von Eintracht Frankfurt steigt auf in die Riege von nunmehr 14 Spielern mit einem Fünferpack in der 1. Liga. dpa

Der jüngste Fünffach-Torschütze der Bundesliga-Geschichte blieb nach seiner sportlichen Sternstunde bescheiden. „Natürlich ist das etwas Besonderes“, sagte Eintracht Frankfurts Sturm-Juwel Luka Jovic über seinen beträchtlichen Anteil am denkwürdigen 7:1 (3:0) gegen den desolaten Aufsteiger Fortuna Düsseldorf: „Aber es geht nicht um meine fünf Tore. Wichtig ist nur die Mannschaft, die sensationell gespielt hat.“

Im Alter von 20 Jahren und 300 Tagen rückte Jovic an einem magischen Abend als jüngster Fußball-Profi in die illustre Riege von nun 14 Spielern, denen in der 55-jährigen Bundesliga-Historie ein solches Kunststück gelungen ist. „Ich bin total glücklich“, sagte Jovic mit dem Ball in den Händen und kündigte an: „Den bekommen mein Vater und meine Mutter zur Erinnerung.“

Der Nationalspieler aus Serbien steht nun in einer Reihe mit Stars wie Gerd Müller, der in seiner Karriere gleich vier Mal fünffach traf, Jupp Heynckes, Jürgen Klinsmann oder Bayern-Stürmer Robert Lewandowski, der vor gut drei Jahren beim 5:1 gegen den VfL Wolfsburg nur neun Minuten für diese außergewöhnliche Leistung brauchte. Fast hätte Jovic sogar den Bundesliga-Rekord von Dieter Müller, der 1977 beim 7:2 des 1. FC Köln gegen Werder Bremen sechs Mal in einem Spiel getroffen hatte, eingestellt. „Es war mir nicht bewusst, dass nur ein Tor zum Rekord fehlte“, sagte Jovic nach seiner Gala-Vorstellung.



Für diese wurde er von allen Seiten mit Lob überschüttet. „Fünf Tore sind überragend. Er hat mit links, mit rechts und mit dem Kopf getroffen. Solche Stürmer habe ich selten gesehen“, sagte Eintracht-Trainer Adi Hütter und prophezeite Jovic eine große Karriere: „Mit Superlativen muss man immer aufpassen. Aber für mich hat er das Potenzial zum Weltklassestürmer.“

Dies hatte die Eintracht bereits im Sommer 2017 erkannt und den damals bei Benfica Lissabon in die zweite Mannschaft abgeschobenen Serben für zwei Jahre vom portugiesischen Rekordmeister ausgeliehen. Nur gut, dass sich der DFB-Pokalsieger gleich noch eine Kaufoption für gut zehn Millionen Euro sicherte. Schon Anfang Oktober hatte Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic angekündigt, dass man diese Summe „natürlich“ am Saisonende investieren werde.

Denn Jovic ist jeden Cent wert. Schon als 17-Jähriger wurde er in seiner Heimat als Jahrhunderttalent gehypt. Doch der frühe Ruhm und das schnelle Geld waren für den Jung-Profi schwer zu verarbeiten. Am Main hat er sich nun freigeschwommen. „Ich bin in Frankfurt viel professioneller geworden“, sagte Jovic und bedankte sich bei seinen sportlichen Förderern: „Niko Kovac hat mir sehr geholfen, mich als Spieler und als Typ weiterzuentwickeln. Jetzt hat mir Adi Hütter noch ein paar mehr Freiheiten gegeben, sodass ich den Schritt weitergehen kann.“

Mit sieben Toren führt Jovic gemeinsam mit Dortmunds Paco Alcácer die Bundesliga-Torschützenliste an. Dennoch hat er bei der Eintracht keinen Stammplatz sicher, denn in dem momentan besten Bundesliga-Scorer Sébastien Haller und Kroatiens Vize-Weltmeister Ante Rebic verfügen die Hessen über weitere Top-Angreifer. „Ich bin sehr glücklich, solche Spieler in der Offensive zu haben“, sagte Hütter. Die Eintracht-Fans dürfen also schon am kommenden Donnerstag in der Europa League gegen Apollon Limassol auf einen weiteren magischen Fußball-Abend hoffen.