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Nachfolger von Trainer Wolf gefunden
Ein alter Bekannter übernimmt in Stuttgart

Tayfun Korkut wurde gestern in Stuttgart als neuer VfB-Trainer vorgestellt. „Es kann steinig werden“, sagte der gebürtige Schwabe.
Tayfun Korkut wurde gestern in Stuttgart als neuer VfB-Trainer vorgestellt. „Es kann steinig werden“, sagte der gebürtige Schwabe. FOTO: Christoph Schmidt / dpa
Stuttgart. Nach dem Rauswurf von Trainer Hannes Wolf verpflichten die Schwaben den Ex-Lauterer Tayfun Korkut.

Der neue Trainer Tayfun Korkut lächelte zufrieden, an seiner Seite rieb sich Michael Reschke demonstrativ die Hände. Bei Korkuts Vorstellung gestern Abend waren die Verantwortlichen des VfB Stuttgart sichtlich bemüht, Zuversicht auszustrahlen. „In meiner Karriere habe ich viele brenzlige Situationen erlebt“, sagte Korkut, der beim Tabellen-14. der Fußball-Bundesliga auf den am Sonntag entlassenen Hannes Wolf folgt: „Dort herauszukommen, hat mich gestärkt. Aber ich weiß auch, dass es steinig werden kann.“

Korkut war noch am Sonntag in der Türkei, als der Anruf aus Stuttgart kam. Seit dem Ende seiner wenig erfolgreichen Tätigkeit bei Bayer Leverkusen im Juni 2017 war der 43-Jährige ohne Job. Nun erhielt er in Stuttgart einen Vertrag bis Sommer 2019. „Die Aufgabe ist sehr reizvoll. Ich sehe gar kein Problem, dass es mit dem Klassenerhalt klappen wird“, sagte der gebürtige Stuttgarter, der in Ostfildern aufgewachsen ist und inzwischen in Bad Cannstatt wohnt: „Ich bin überzeugt davon, dass das Ziel erreicht wird. Wir haben in der Mannschaft eine gute Mischung aus jungen, talentierten und erfahrenen Spielern.“

Heute leitet er sein erstes Training, doch wie er die Spieler auf das wichtige Spiel am Samstag (15.30 Uhr/Sky) beim VfL Wolfsburg einstimmen will, verriet Korkut nicht. Nur so viel: „Wir müssen aufpassen, dass wir den Druck soweit wie möglich von der Mannschaft nehmen. Wir haben wenig Zeit, es ist wichtig, diesen Abwärtstrend zu stoppen.“



Reschke sagte, er habe Korkuts Weg „ganz genau verfolgt“. Ein am Montag geführtes Gespräch mit dem neuen Trainer sei „entscheidend“ gewesen. Nachfragen zu anderen Kandidaten wies Reschke ab. Es gehe einzig um Korkut, sagte er: „Hier sitzt nur ein Trainer!“ Und bei dem habe „das ganze Paket gestimmt. Deswegen waren wir einhellig der Meinung, dass es eine sehr, sehr gute Lösung ist.“

Diese Auffassung teilt ein Großteil der VfB-Fans nicht. Schon Minuten nach Bekanntgabe der Verpflichtung hagelte es in den sozialen Medien Häme. „Willkommen in der 2. Liga“, war noch einer der netteren Kommentare auf der Facebook-Seite des VfB. Andere griffen die Vereinsführung offen an und wähnten sich im falschen Film. „Wir sind jetzt offiziell der größte Witz der Bundesliga“, schrieb ein aufgebrachter Anhänger. Korkut, der vor seiner Zeit in Leverkusen unter anderem bei Hannover 96, dem 1. FC Kaiserslautern und der U19 des VfB gearbeitet hat, wollte sich damit nicht beschäftigten. Wie das Verhältnis zu den Fans aussieht, sei einzig von den Erfolgen abhängig, sagte er.

Der VfB hat aus den vergangenen acht Spielen nur einen Sieg und ein Remis geholt und ist als Tabellen-14. in akuter Abstiegsgefahr. Am vergangenen Samstag verloren die Stuttgarter mit 0:2 (0:2) gegen Schalke 04 – dies war zugleich das letzte Spiel mit Wolf an der Seitenlinie. Er hatte die Schwaben am 21. September 2016 von Jos Luhukay übernommen und den Verein zurück in die Bundesliga geführt.