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Fußball
Favre gerät vor dem Derby immer stärker unter Druck

Dortmund. Dortmund präsentiert sich harmlos in Königsklasse. dpa

Wie ein angezählter Trainer wirkte Lucien Favre nicht. Trotz des mutlosen Auftritts seiner Mannschaft beim 0:2 (0:1) gegen Inter Mailand und den jüngsten Schlagzeilen über seinen möglichen Nachfolger José Mourinho wahrte der in die Kritik geratene Dortmunder Fußball-Lehrer die Contenance. In gewohnt stoischer Ruhe redete er die erste Niederlage seiner Mannschaft in der Champions League und den Absturz auf Gruppenrang drei schön. „Ich denke, wir haben gut gespielt. In der ersten Halbzeit waren wir sehr stabil“, kommentierte der Schweizer – zur Verwunderung vieler Beobachter.

Dass die weitaus meisten Fans anderer Meinung waren, dokumentiert die wachsende Entfremdung zwischen Trainer und Umfeld. Mit einem ähnlichen Auftritt wie in Mailand, der selbst von der als seriös geltenden „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als „Bübchen-Fußball“ umschrieben wurde, droht am Samstag im prestigeträchtigen Revierderby beim FC Schalke 04 die nächste Niederlage und eine Verschärfung der Diskussion über die Arbeit von Favre.

Alle Hoffnungen, dass bereits das umjubelte 1:0 gegen Mönchengladbach am vergangenen Samstag nach zuvor drei Remis in der Bundesliga für eine Trendwende gesorgt haben könnte, erwiesen sich im altehrwürdigen San Siro als Wunschdenken. Mit gnadenloser Effizienz zwangen die eigentlich über weite Strecken ähnlich harmlosen Italiener den bisherigen Tabellenführer der Gruppe F aus Dortmund dank der Tore von Lautaro Martínez (22. Minute) und Antonio Candreva (89.) in die Knie.