| 22:50 Uhr

Fußball
DFB optimistisch in Sachen Videobeweis

 Schiedsrichter Fahad al-Mirdasi überprüft eine Entscheidung.
Schiedsrichter Fahad al-Mirdasi überprüft eine Entscheidung. FOTO: dpa / Thanassis Stavrakis
Grassau. Nach dem holprigen Turnier-Debüt beim Confed Cup soll die erste Bundesliga-Saison besser laufen.

(dpa) Unklarheit auf dem Platz, lange Unterbrechungen und Fehlentscheidungen trotz TV-Bildern: Startschwierigkeiten wie zuletzt beim Confederations Cup sollen in der Bundesliga-Premierensaison mit dem Videobeweis weitgehend ausbleiben. Das erwartet der Deutsche Fußball-Bund, wie Schiedsrichter-Manager Hellmut Krug verkündete. „Wir sind überzeugt, dass es in Deutschland funktioniert“, sagte Krug gestern. Die neue Technik wird von den Unparteiischen gelobt. „Der Videoassistent bietet uns ein Sicherheitsnetz“, sagte Bibiana Steinhaus, die in der kommenden Saison als erste Frau Bundesliga-Spiele pfeifen wird (siehe auch Seite 8).

Dieses Netz halte aber nur, wenn die Referees mit ihm umgehen können, meinte Krug und verwies auf den Confed Cup in Russland, wo dies zum Teil nicht der Fall war. „Es ist nicht alles optimal verlaufen, das konnte es nicht“, sagte er und verwies auf zwei exemplarische Szenen: Im Halbfinale zwischen Chile und Portugal wurde ein klares Foul im Strafraum übersehen, weil Schiedsrichter Alireza Faghani aus dem Iran keinen idealen Blick auf die Szene hatte und der Video-Assistent trotz eindeutiger TV-Bilder nicht intervenierte. Im Finale kam Chiles Gonzalo Jara nach einem rot-würdigen Ellbogenschlags gegen den Deutschen Timo Werner mit einer Gelben Karte davon – und das trotz Studiums der Bewegtbilder durch Referee Milorad Mazic aus Serbien.

„Da haben die Rädchen nicht ineinandergegriffen“, meinte Krug, der solche Szenen in der Bundesliga nicht erwartet. Strittige Episoden sollten „innerhalb von Sekunden zu klären sein“, sagte er. Der DFB setzt vor allem auf Erfahrung. Im Gegensatz zu den Referees beim Confed Cup, die sich nur zehn Tage lang mit der neuen Technik vertraut machen konnten, werden die Bundesliga-Schiedsrichter schon seit einem Jahr geschult. „Wir haben in einem Jahr mit Hunderten von Szenen gearbeitet“, berichtete Krug. Es gebe klare Regeln, wann ein Video-Assistent einzugreifen habe. Weil großes Vertrauen zwischen den Unparteiischen herrsche, würden den Ansagen des Assistenten vertraut.



Spielunterbrechungen, weil der Schiedsrichter am Spielfeldrand die Szene selber sehen will, soll es so wenig wie möglich geben. Die meisten Episoden sollten in weniger als zehn Sekunden zu klären sein. Perfekt werde die erste Saison freilich nicht vonstatten gehen, prognostizierte Krug. „Wir befinden uns noch auf dem Lernweg.“

(dpa)