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1. FSV Mainz 05
Der FSV Mainz 05 überwintert über dem Strich

 Fabian Frei lief sich von seinem Trainer Sandro Schwarz ausgiebig herzen.
Fabian Frei lief sich von seinem Trainer Sandro Schwarz ausgiebig herzen. FOTO: dpa / Carmen Jaspersen
Bremen. Das Polster auf einen Abstiegsplatz beträgt allerdings nur zwei Zähler. Sportvorstand Schröder mahnt daher zur Wachsamkeit.

(dpa) Rouven Schröder konnte dem späten Happy End für den FSV Mainz 05 im Kellerduell bei Werder Bremen nur wenig abgewinnen. „Für die Moral war es natürlich superwichtig. Trotzdem war es ein absoluter Warnschuss für mich“, sagte der Sportvorstand nach dem glücklichen 2:2 am letzten Hinrunden-Spieltag der Fußball-Bundesliga. „Wenn es um so viel geht, kannst du die erste Halbzeit nicht in der Form bestreiten. Ich denke, die Mannschaft wird auch wissen, dass sie mit einem blauen Auge davon gekommen ist.“

Dank des späten Ausgleichs von Fabian Frei vermieden die Mainzer in letzter Sekunde den Absturz auf den Relegationsplatz. „Das ändert das Gefühl, wie wir in die Winterpause gehen“, sagte FSV-Trainer Sandro Schwarz. Er ist sich mit dem Sportvorstand jedoch darin einig, dass den 05ern eine harte Rückrunde bevorsteht. „Wir müssen kritisch analysieren“, sagte der Ur-Mainzer, der in der Halbzeitpause des Bremen-Spiels sehr laut geworden war.

Am morgigen Dienstagabend steht für die Mainzer das Pokal-Achtelfinale gegen den Bundesligarivalen VfB Stuttgart an. Mit einem Sieg könnte der Tabellen-15., dessen Polster auf einen Abstiegsplatz nur zwei Punkte beträgt, weiteres Selbstvertrauen mit in die Winterpause nehmen. „Das ist ein Gegner, der in unserer Reichweite ist. Wenn der Trainer so eine Ansprache hält wie in der Halbzeitpause, wird jeder wach sein“, sagte der umjubelte Ausgleichsschütze Frei.



Die spektakuläre Schlussphase in Bremen änderte allerdings nichts daran, dass der FSV jetzt saisonübergreifend seit 14 Auswärtspartien sieglos ist und von den vergangenen zehn Ligaspielen nur eines gewann – gegen Köln. Die Euphorie des späten Ausgleichstores machte diesen Abwärtstrend nicht vergessen. „Wir machen im Moment zu viele Fehler und werden dafür gnadenlos bestraft. Daraus müssen wir lernen“, sagte Schröder. „Es ist für uns gut, solche Dinge anzusprechen, auch mit den einzelnen Spielern, um zu gucken, wie gehen wir in die Rückrunde.“

Immerhin gaben sich die Mainzer nach dem frühen 0:2 durch die Tore von Philipp Bargfrede (2.) und Ishak Belfodil (17.) nicht auf und schlugen in der zweiten Halbzeit durch Robin Quaison (70.) und Frei (90.+3) zurück. „Ich habe gehofft, dass mir der Ball vor die Füße fällt. Die haben mich vielleicht nicht ernst genommen“, schilderte Frei die Szene in der Nachspielzeit. Doch auch der Schweizer wollte die Leistung nicht schönreden: „In der ersten Hälfte waren wir richtig schlecht. Das darf in solch einem Spiel nicht passieren.“ Schwarz hakte die Bundesliga-Hinrunde daher schnell ab: „Wir werden jetzt nicht drei Wochen auf die Tabelle glotzen und uns freuen, dass wir über dem Strich stehen.“

(dpa)