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Fußball-Bundesliga
Das Kapitel Meyer endet unwürdig

Max Meyer wird nicht mehr für den FC Schalke 04 auflaufen.
Max Meyer wird nicht mehr für den FC Schalke 04 auflaufen. FOTO: Ina Fassbender / dpa
Gelsenkirchen. Der FC Schalke 04 suspendiert den Jung-Nationalspieler nach Mobbing-Vorwürfen.

Max Meyer suchte man gestern auf dem Trainingsplatz vergeblich. Einen Tag nach der Suspendierung des U21-Europameisters durch den Fußball-Bundesligisten Schalke 04 nach dessen Mobbing-Vorwürfen gegen die Clubspitze ist der 22-Jährige zur Persona non grata geworden. Der Mittelfeldakteur, der lange Zeit als Verkörperung der Zukunft des Traditionsvereins gefeiert wurde, hat bei Königsblau ausgespielt.

Angeblich angestachelt von Berater Roger Wittmann hat sich Meyer, dessen Abschied am Saisonende ohnehin beschlossene Sache war, ins Abseits manövriert. Meyer initiierte mit einem Interview in der Bild eine Schlammschlacht, die in besagten Mobbing-Vorwürfen gipfelte.

„Ich finde es sehr mutig, sich als Mobbing-Opfer zu bezeichnen, wenn man weiß, wie es Mobbing-Opfern wirklich geht. Dieser Vergleich ist an den Haaren herbeigezogen", sagte Schalkes Sportvorstand Christian Heidel (54): „Ich weiß nicht, was in Max Meyer vorgeht. Das ist dummes Zeug.“ Schalke habe sich immer korrekt gegenüber dem Profi verhalten. Trainer Domenico Tedesco ergänzte: „Von seinen Angriffen bin ich enttäuscht und kann sie nicht nachvollziehen. Weil sie einfach nicht stimmen.“



Das Interview sei laut Heidel letztlich auch nicht Auslöser der erfolgten Aussortierung gewesen. „Wir haben reagieren müssen auf eine Aussage von Max bei unserem Trainer, in dem er sagte, dass er mit Schalke 04 seit der Begegnung in Hamburg abgeschlossen hat“, erläuterte der Manager. In diesem Spiel war Meyer in der Halbzeit ausgewechselt worden. „Wenn ein Spieler das Gefühl hat, nicht mehr für Schalke da zu sein, dann kann er nicht mehr Bestandteil der Mannschaft sein“, sagte Heidel. Ein klärendes Gespräch am Montag habe der Spieler laut Schalke abgelehnt.

Meyer hatte zuvor vor allem Heidel attackiert. „Vom ersten Tag“, so schilderte er es in der Bild, sei ihm von Heidel klargemacht worden, „dass ich nicht mehr viel spielen würde. Ich war nicht erwünscht.“