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Fußball-Bundesligist muss auswärts leiden
Nürnberger Pleiten zeigen Kräfteverhältnis in der Liga

Leipzig. Michael Köllner zuckte ratlos mit den Schultern, als er die nächste schlechte Botschaft für die Fans des 1. FC Nürnberg verkündete. „Ausschließen?“, entgegnete der Trainer des Bundesliga-Aufsteigers nach dem peinlichen 0:6 (0:4) bei RB Leipzig auf Nachfrage. sid

Nein, dass der Club im weiteren Saisonverlauf ein neuerliches Debakel erleben werde, „kann ich nicht ausschließen.“

Zum zweiten Mal innerhalb von zwölf Tagen hatte der Aufsteiger auswärts zum Schützenfest geladen. Dem 0:7 bei Borussia Dortmund folgte am Sonntagabend ein verdientes halbes Dutzend in Leipzig. 13 Gegentore in zwei Spielen – in der Fremde ist der Club derzeit nicht erstligareif.

Halbherzig in den Zweikämpfen, fahrig in der Spieleröffnung – am Ende war Nürnberg mit den sechs Treffern von Kevin Kampl (3.), Yussuf Poulsen (7.), Marcel Sabitzer (21./55.) und Nationalspieler Timo Werner (32./59.) noch gut bedient. Die Niederlage hätte leicht noch höher ausfallen können.



Für Köllner war der Klassenunterschied schlichtweg ein Beleg für die ungleichen Kräfteverhältnisse in der Bundesliga. Man müsse auch bewerten, was die andere Mannschaft für Spieler auf dem Platz habe. „Das lässt sich nicht wegdiskutieren. Die haben ein x-faches unseres Etats“, sagte der 48-Jährige und ging noch weiter.

„Wir merken, dass der ein oder andere Spieler an seine Grenzen kommt. Das ist völlig normal“, sagte Köllner: „Wenn sie die Grenze nicht hätten, hätten sie schon vor fünf Jahren in der Bundesliga gespielt.“

Sorgen um seinen Job muss sich Michael Köllner trotz des erneuten Debakels (noch) nicht machen. „Er macht einen sensationellen Job, da braucht sich keiner Gedanken zu machen“, sagte FCN-Sportvorstand Andreas Bornemann.