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Sprint-Star
Bolt kickt unter Applaus und Reggae-Rhythmen mit dem BVB

Usain Bolt (4.v.l.) bei einer Laufeinheit mit Spielern von Borussia Dortmund. Foto: Guido Kirchner
Usain Bolt (4.v.l.) bei einer Laufeinheit mit Spielern von Borussia Dortmund. Foto: Guido Kirchner FOTO: Guido Kirchner
Dortmund. Der achtmalige Sprint-Olympiasieger Usain Bolt hat am Donnerstag zum zweiten Mal mit den Fußballprofis von Borussia Dortmund trainiert. Der Superstar aus Jamaika nahm am Vormittag an der Übungseinheit von Trainer Peter Stöger teil. Von Dietmar Fuchs, dpa

Als Usain Bolt pünktlich um 10.30 Uhr den Rasen betrat, brandete spontaner Beifall der 1400 Besucher auf. In Brackel, einem eher schmucklosen und grauen Industrieviertel an der Peripherie Dortmunds, herrschte Glamour-Atmosphäre.

Dutzende Kamerateams verfolgten das, was der 31 Jahre alte Superstar der Leichtathletik da versuchen wollte: Fußball zu üben, gemeinsam mit den Profis von Borussia Dortmund. Exakt 58 Minuten arbeitete der Jamaikaner am Freitag mit seinen Kurzzeit-Gefährten, die sichtlich Spaß daran hatten, einen ganz Großen in ihrer Mitte zu wissen. Es gab viele lachende Gesichter, als der achtfache Olympiasieger seine Lauf- und Dehnübungen absolvierte. In seiner schwarz-gelben Kluft, mit seinen 195 Zentimetern alle überragend, fiel Bolt zunächst gar nicht sonderlich auf.

Erst später, als der schnellste Mann der Welt auch mit dem Ball arbeiten musste. Bei den Pass-Übungen, die Bolt zusammen mit Mario Götze oder Nuri Sahin abwickelte, wurde eines offensichtlich: Ein wenig hölzern und hüftsteif agierte er schon auf dem BVB-Gelände. Aber: Er hat Fähigkeiten, die er bei einem Testspielchen erkennen ließ. Sein Kopfballtreffer wurde mit viel Jubel bedacht, auch ein Elfmeter, den er kurz vor dem Ende souverän verwandelte.



Es war alles angerichtet für einen Top-PR-Termin, der laut Bolt keiner sein sollte, wenngleich er und der BVB den gleichen Ausrüster (Puma) haben: Die Anlage an der Adi-Preißler-Allee wurde, passend zum Herkunftsland des Jamaikaners, mit Reggae-Musik beschallt. Das, was nicht passte, war das Wetter: Es war grau, es wehte ein empfindlich kühler Wind - und trotzdem ließen sie sich den Spaß nicht nehmen.

„Es war ganz okay“ - so kommentierte Bolt nach getaner Arbeit seinen Auftritt, der von 137 akkreditierten Medienvertretern beäugt wurde. Und was wird nun mit seiner Traum-Zweitkarriere nach der Leichtathletik? Auch dazu äußerte sich Bolt, versicherte mit treuen Augen: „Das ist definitiv ernsthaft. Ich versuche, mein Bestes zu geben.“ Er brauche dafür allerdings noch deutlich mehr spezielles Fußball-Training.

Ob das reicht für einen Profivertrag in irgendeiner Liga? BVB-Trainer Peter Stöger ließ sich nicht in die Karten blicken, als er auf das fußballerische Potenzial eines Usain Bolt angesprochen wurde: „Er ist in einem Alter, wo ich sage, er ist nicht mehr so wahnsinnig entwicklungsfähig.“ Aber eines bekannte der Österreicher auch, nicht nur wegen des Bolt-Kopfballtreffers: „Man sieht, dass er das Spiel auch versteht. Er ist talentiert. Was ihm fehlt, ist die Mannschaftsarbeit.“

Das könnte man ja locker abstellen, indem Usain Bolt einfach kontinuierlich mit Fußballteams arbeitet. Er versprach schon, wieder nach Dortmund zu kommen. Was in erster Linie bleibt von diesem grauen Freitag voller Bolt-Glanz, ist das, was Stöger mit einem Lachen festhielt: „Usain ist ein unglaublich lässiger Typ, total bodenständig. Es hat ihm, glaube ich, Spaß gemacht. Und er hat eine Plattform bekommen, von der er geträumt hat.“

Und so waren am Ende irgendwie alle happy: Bolt, weil er wie ein Fußballprofi trainieren durfte, der BVB, weil ein Weltstar ja nicht jeden Tag in Dortmund-Brackel gastiert - und möglicherweise auch der gemeinsame Ausrüster.

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