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Leverkusener Torhüter hält sensationell
Hradecky lässt Bayern verzweifeln

München. Bayer Leverkusen gewinnt dank seines herausragenden Torhüters in München mit 2:1. sid

Sport-Geschäftsführer Rudi Völler attestierte seinem Torwart eine „Weltklasseleistung“, Lukas Hradecky fand selbst, „dass ich noch nie so viele Aktionen hatte“. Ohne den herausragenden finnischen Schlussmann wäre der 2:1 (2:1)-Überraschungserfolg von Bayer Leverkusen bei Fußball-Rekordmeister Bayern München nicht möglich gewesen. Und wie Hradecky erzählte, war er dabei einen beträchtlichen Teil der ersten Halbzeit gehandicapt.

„Ich habe eine Kontaktlinse verloren und musste 20 Minuten mit einem Auge spielen. Versuchen Sie das mal gegen die Bayern“, sagte der 30-Jährige, der erst in der Pause eine neue Linse erhielt. Zehn teils spektakuläre Paraden gelangen Hradecky, dazu waren ihm Latte und Pfosten gewogen. „Mit Glück, Herz und Effektivität“ sei dieser Sieg gelungen, meinte der Torwart, der sich „ein Bierchen“ gönnen wollte.

Trainer Peter Bosz bevorzugte ein Glas Rotwein. Der Niederländer war nicht nur stolz auf seinen Torhüter, sondern lobte die Mentalität der gesamten Mannschaft. „Ein Riesenkompliment an die Jungs“, betonte Bosz. Vor allem mit den präzisen und rasanten Gegenstößen über Kevin Volland verdiente sich Bayer Bestnoten. Beide Treffer von Leon Bailey (10./35.) gingen daraus hervor. Hinten hielt Hradecky auch in der Nachspielzeit dem enormen Druck des FC Bayern stand. „Die letzten sechs Minuten waren die längsten in meinem Leben. Ich war komplett tot“, sagte er.



Bei den Bayern beunruhigte der erste Dämpfer unter Hansi Flick Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge keineswegs. Im Gegenteil: Rummenigge stimmte sogar weitere Lobeshymnen an – und stellte dem Nachfolger von Niko Kovac eine längere Amtszeit in Aussicht. „Wir haben mit ihm und in ihm einen Trainer, der gut zur Mannschaft passt“, würdigte Rummenigge Flick.