| 21:54 Uhr

Spektakuläres Spiel gegen Augsburg
Paco Alcácer krönt den BVB-Wahnsinn

Dortmunds Trainer Lucien Favre umarmt den dreifachen Torschützen Paco Alcácer.
Dortmunds Trainer Lucien Favre umarmt den dreifachen Torschützen Paco Alcácer. FOTO: dpa / Bernd Thissen
Dortmund. Der Spanier trifft dreifach beim 4:3 gegen Augsburg. Auch Mario Götze meldet sich zurück. dpa

Die Helden der selbst für Dortmunder Verhältnisse emotionalen Fußball-Achterbahnfahrt suchten die Nähe ihrer Familie. Der als Joker drei Mal erfolgreiche Paco Alcácer wollte nach dem nervenaufreibenden 4:3 (0:1) der Borussia gegen Augsburg „schnell nach Hause zu meiner Tochter“. Und Mario Götze scherzte nach Monaten des Frusts mit Bruder Felix.

Gemeinsam kamen der Siegtorschütze des WM-Finals 2014 und sein fünfeinhalb Jahre jüngerer Bruder die Treppe im Spielertunnel hoch. Mario Götze trug das Augsburg-Trikot von Felix, zeigte auf die Nummer 4 auf dem Rücken und sagte schmunzelnd: „Das ist der wahre Götze.“ Auf Interviews hatte der 26-Jährige aber „keinen Bock“.

Dafür redeten andere über Götze, der in den vier Spielen zuvor nicht zum Kader gehört hatte und sieben Minuten nach der ersten Saison-Einwechslung in der Liga traf. „Das Tor macht er sensationell“, sagte BVB-Kapitän Marco Reus. Sportdirektor Michael Zorc lobte Götzes Einstellung: „Er hat in für ihn extrem schwierigen Wochen nie reklamiert, sondern immer weiter gearbeitet.“



Trainer Lucien Favre zeigt sich davon aber weiter unbeeindruckt. Statt eine Lobeshymne auf seinen prominenten Aushilfsarbeiter zu singen, wiederholte er seinen Standard-Satz in Bezug auf dessen Situation. Es sei „schwierig für ihn“, weil man auf seiner Position viele Spieler habe. Der Durchbruch in Dortmund war sein erlösendes Tor für Götze demnach also keineswegs.

Denn auch als vorderste Spitze, die er zwischen 2012 und 2016 in 24 Länderspielen gab, ist er für Favre keine Option. Auf kurz oder lang wird dort Alcácer gesetzt sein. Dass der direkt nach seiner späten Ankunft verletzte Torjäger ein echter Knipser ist, hat er bereits als Joker für die besonderen Momente hinreichend bewiesen. Ganze 81 Minuten hat der vom FC Barcelona geliehene Spanier bisher in der Bundesliga gespielt. Und doch führt er mit sechs Toren schon die Torschützenliste an. „Ich kann mir vorstellen, über das Jahr hinaus in Dortmund zu bleiben“, sagte der 25-Jährige, auf den der BVB eine Kaufoption über angeblich rund 25 Millionen Euro hat.

Sein Siegtreffer in der sechsten Minute der Nachspielzeit per Freistoß war die Krönung des mitreißenden Fußball-Spektakels gegen die tapfer kämpfenden Augsburger. „Ich war durchgeschwitzt, hatte Gänsehaut, habe mich zwischendurch geärgert – heute war alles dabei“, sagte Sebastian Kehl, Leiter der Lizenzspielerabteilung.