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Erste Sprünge über kleine Hindernisse

 Manfred Reitmeier im Landgestüt mit seinen eifrigen Schülern. Foto: cvw
Manfred Reitmeier im Landgestüt mit seinen eifrigen Schülern. Foto: cvw FOTO: cvw
Zweibrücken. Jeweils montags verwandelt sich die große Reithalle im Zweibrücker Landgestüt im Januar und Februar in ein kleines Springparadies für Nachwuchspferde. Der saarländische Landestrainer Manfred Reitmeier schult hier Pferd und Reiter gleichermaßen. cvw

Wer montags zwischen 16 und 20 Uhr die große Reithalle im Landgestüt betritt, sieht nur noch Kreuze. Kreuzförmig gebaute Hindernisse mit einer vorgelagerten Bodenstange oder verbunden durch Stangen auf dem Boden. Die Springstunden, die der Pferdezuchtverein Zweibrücken im Januar und Februar organisiert, richten sich vor allem an Nachwuchspferde. "Diese Stangen helfen den Pferden, sich ihre Wege zwischen den Hindernissen und den Absprung davor bewusst zu machen, ihre Wahrnehmung zu schulen", erklärt Manfred Reitmeier. Der saarländische Landestrainer vom RFV Limbach konnte in diesem Jahr für das Wintertraining gewonnen werden. Dabei richten sich seine Korrekturen vor allem an den Sitz, die Körperhaltung der Reiter und an ihre Einwirkung auf das Pferd. "Wir erleben in der Turniersaison mit vielen Parcours viele Aufgabenstellungen, die wir mit kleinen Sprüngen in Folge oder auf gebogenen Linien jetzt üben und damit die Pferde gymnastizieren und geschmeidiger machen", erklärt der erfahrene Ausbilder, der selbst schon mehrfach saarländischer Landesmeister war.

Was in der 18-Uhr-Stunde auffällt: Die vier- bis sechsjährigen Pferde stammen alle vier von Zweibrücker Gestütshengsten ab. Darca Lee, die begabte, dunkelbraune Stute von Damarco aus der Zucht und im Besitz der Walhauserin Kerstin Müller, ist die Älteste und Erfahrenste. "Wir fangen jetzt nach der Winterpause wieder an zu trainieren", sagt die Pädagogin. Insgesamt sechs junge Springpferde hat sie aktuell unter dem Sattel. Darca darf jeden Montag mit ins Landgestüt. Von Reitmeiers Korrekturen für Pferd und Reiter ist Müller begeistert. "Neue Bewusstmachung" nennt sie ihren Profit aus den Springstunden. Für Saarlandmeisterin Vielseitigkeit, Birgit Hohlweg, und Schülerin Clara Guckel, die die beiden Pferde eingeritten haben, ist es die zweite Springstunde auf den beiden Claudino-Nachkommen des Wattweiler Züchters Roland Fuhrmann. Der fünfjährige Fuchswallach Chicco unter der 15-jährigen Vierkämpferin Clara Guckel hat nur ein Auge. Er benötige etwas mehr Zeit, um sich zurechtzufinden. Wer die beiden souverän die Hinderniskombination meistern sieht, bemerkt das im Bewegungsablauf nicht. Hohlwegs Stute Contessa ist erst vier und sehr temperamentvoll. Doch beide Pferde haben den gelassenen, braven Charakter ihres Vaters geerbt. "Mein Loverboy wird jetzt 19, da muss ich schon an Nachwuchs denken", lässt Hohlweg Interesse an der aufmerksamen Stute erkennen.

Daniel Fischer vom RFV Thaleischweiler Fröschen hat mit seinem vierjährigen Quitago einen Sohn des Bundes-Championats-Fünften, Qui Lago, gesattelt. "Manfred Reitmeier macht das echt toll, super abgestimmt auf die jungen Pferde, sonst wären wir nicht hier", gibt der Hitscherhofer zu Protokoll. Mit der ebenfalls vierjährigen Amarena hat er noch ein zweites Pferd dabei, das unter Reitmeiers Anleitung ebenfalls seine ersten Sprünge macht. Auch hier helfen Hütchen auf dem Weg zum Hindernis und die kreuzförmig aufgebauten Sprünge, die Mitte anzupeilen. "Die Bedingungen im Landegestüt sind einfach top, die große Halle und vor allem der gute Boden", ergänzt Fischer, bevor er sein Pferd in Trab setzt.