| 22:52 Uhr

Leichtathletik-DM in Nürnberg
Erst über 20 Meter, dann der Schock für Schwanitz

Christina Schwanitz hatte bei ihrem Autounfall „viele Schutzengel“, wie sie sagte.
Christina Schwanitz hatte bei ihrem Autounfall „viele Schutzengel“, wie sie sagte. FOTO: dpa / Sven Hoppe
Nürnberg. Kugelstoßerin nach sechstem DM-Titel mit Autounfall.

Ihr emotionaler Abend bei der DM geriet für Christina Schwanitz schnell zur Nebensache. Bei einem Autounfall am Samstagabend hatte die 32-Jährige Glück im Unglück. „Es waren viele Schutzengel unterwegs. Das war ein großer Schockmoment“, sagte Schwanitz, konnte aber vorsichtige Entwarnung geben: „Ich bin soweit heil. Alle anderen Beteiligten auch.“ Am heutigen Montag wolle sie aber noch einmal „zur Kontrolle zum Arzt“.

Die Kugelstoßerin war am Samstag auf dem Weg ins ZDF-Sportstudio nach Mainz, um dort über ihren ersten 20-Meter-Stoß nach ihrer Babypause zu sprechen. Schwanitz musste jedoch kurzfristig absagen und wurde stattdessen im Krankenhaus untersucht, konnte die Klinik am Abend aber noch verlassen. Die Heim-EM in Berlin (6. bis 12. August) soll nicht in Gefahr sein, eine endgültige Entscheidung darüber wird voraussichtlich aber erst in den nächsten Tagen fallen.

Für die EM hatte sich Schwanitz am Freitagabend bei der DM in Nürnberg mit einer Weite von 20,06 Metern und ihrem sechsten nationalen Titel in die Favoritenrolle geworfen – und das nach einer längeren Pause wegen der Geburt ihrer „Krümel“, wie sie ihre Zwillinge liebevoll nennt. Anschließend hielt sie ein Plädoyer, das weit über den Sport hinausreichte. „Familie und Leistungssport sind vereinbar. Aber nur mit viel Hilfe. Wenn man sagt, beide Elternteile gehen arbeiten, und das wurstelt man so hin – das funktioniert nicht. Das sollte man sich in Deutschland auch mal überlegen“, sagte die Europameisterin.