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Entspannt in die WM

Mainz. Silvia Neid ist entspannt. Die Frauenfußball-Bundestrainerin lächelt auf dem Pressepodium im Bauch des Mainzer Bruchwegstadions, der vor Journalisten zu platzen droht. 3:0 hat ihr Team die Norwegerinnen besiegt Von Merkur-Mitarbeiter Jan Morawski

Mainz. Silvia Neid ist entspannt. Die Frauenfußball-Bundestrainerin lächelt auf dem Pressepodium im Bauch des Mainzer Bruchwegstadions, der vor Journalisten zu platzen droht. 3:0 hat ihr Team die Norwegerinnen besiegt. Zehn Tage vor dem WM-Start in Berlin gegen Kanada zeigten ihre Spielerinnen am Donnerstagabend genau das, was die 47-jährige Trainerin sehen wollte: Konkurrenzkämpfe, Spielerinnen, die nach Verletzungen wieder in Fahrt kommen und junge Spielerinnen, die mit Toren in die erste Elf drängen. Ein perfekter Abend für Neid.In Sachen Konkurrenzkampf sind derzeit Fatmire Bajramaj und Melanie Behringer im linken Mittelfeld unterwegs. Eigentlich. Denn Neid wechselte beide erst zur zweiten Halbzeit ein. Die eine auf links, die andere auf rechts, wobei beide ständig die Position wechselten und Bajramaj zeitweise neben Alexandra Popp in die Spitze rückte. In der Startformation fehlten beide auf dem Rasen. Dafür besetzten Célia Okoyino da Mbabi und Kerstin Garefrekes die Außenbahnen. Bajramaj und Behringer zeigten aber in Hälfte zwei eindrucksvoll, warum Silvia Neid mit ihnen ein Luxusproblem hat. Beide waren an zwei Toren beteiligt. "Man hat heute gesehen, dass es egal ist, wer von uns spielt", sagte Behringer. Vielleicht hat sich Silvia Neid daher noch für keine von beiden entschieden. "Die nächste Woche wird den Ausschlag geben. Vielleicht ist Fatmire dann wieder etwas leichtfüßiger", sagte sie in Anspielung auf die Müdigkeit Bajramajs in der letzten Woche.

Wenig müde ist derzeit die 20-jährige Popp. Sie zeigte vor 13 812 Zuschauern in Halbzeit zwei eine rasante Leistung, traf nach der Führung von Simone Laudehr (79.) gar doppelt (80./82.). Neben ihr fiel die Leistung von Spielführerin Birgit Prinz in Halbzeit eins etwas ab. Nicht zuletzt, weil Prinz gerade erst eine Bänderdehnung auskuriert hat. "Sie war anfangs zurückhaltend und zögerlich, man hat ihr die Schmerzen angemerkt", bemerkte Neid. Trotzdem spielte sie die erste Halbzeit gegen Norwegen an der Seite von Inka Grings. "Das war so abgesprochen", erklärte Neid. Der WM-Auftritt der Kapitänin sei nicht gefährdet: "Sie braucht noch zwei Tage, dann hat sie keine Schmerzen mehr."

Keinen Diskussionsbedarf bietet hingegen die Mittelfeldzentrale. Dort sind Kim Kulig und Simone Laudehr als Doppelsechs gesetzt. Auch die Viererkette steht für das WM-Eröffnungsspiel gegen Kanada am 26. Juni. Saskia Bartusiak und Annike Krahn bilden die Innenverteidigung, während Babett Peter und Linda Bresonik außen agieren. Nadine Angerer ist im Tor ebenfalls gesetzt.



Ansonsten bleibt von der Vorbereitung: Vier Testspiele, vier Siege und 15:0 Tore. "Das ist eigentlich zu gut", sagte Neid. "Einen Rückstand konnten wir auch nicht testen", fügte sie hinzu, ehe sie die Mannschaft in einen viertägigen Entspannungsurlaub entließ. Neid selbst ist ja bereits entspannt.