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Emotionaler Abschied

Zweibrücken. Der Abstiegskampf des SV 64 Zweibrücken in der 3. Handball-Liga Süd ist am Samstagabend nach dem Abpfiff des letzten Saison-Heimspiels kurz in den Hintergrund gerückt: Stefan Bullacher hat nach 21 Jahren als Trainer tränenreich Abschied genommen. cg/ski

Es ist ein emotionaler Abend für Stefan Bullacher. Ihm stockt der Atem, die Worte fehlen, nachdem er die scheidenden Spieler des SV 64 Zweibrücken - Marcin Waryas, Robin Egelhof, Ladi Kovacin, Thomas Zellmer sowie die zwei Kapitäne Florian Enders und Aris Wöschler - gerade noch sehr redselig nach dem letzten Heimspiel der Saison verabschiedet hat. Doch dann ist Bullacher selbst an der Reihe, Abschied zu nehmen - nach 21 Jahren als Trainer beim derzeitigen Handball-Drittligisten. Vor den rund 500 nach dem Abpfiff in der Westpfalzhalle verbliebenen Fans übernimmt Abteilungsleiter Christian Gauf somit das Mikro, um den emotionalen Augenblick für Stefan Bullacher zu begleiten. Die Augen bleiben dabei nicht trocken bei "Bulli", "dem Baumeister nicht nur der jüngsten Erfolgsgeschichte" (Gauf) in dem Verein, in dem der Trainer neben dem sportlichen auch sein privates Glück gefunden hat. Nun zieht es Bullacher sportlich weiter nach Hochdorf.

Bevor das allerdings soweit ist, hat Bullacher noch eine Mission mit dem SV 64 zu beenden: Den Kampf um den Verbleib in der 3. Liga Süd. Und dieser hat sich vor dem letzten Spieltag noch weiter zugespitzt. Denn durch die 25:29 (11:18)-Niederlage der Zweibrücker zuhause gegen den Tabellenzweiten SG Leutershausen, den 29:24-Sieg der TSG Haßloch gegen Heilbronn-Horkheim und die gleichzeitige 25:27-Niederlage von Kornwestheim gegen Kronau-Östringen sind nun die drei noch abstiegsbedrohten Teams aus Zweibrücken , Haßloch und Kornwestheim punktgleich. Die Entscheidung fällt somit erst am letzten Spieltag. Gefährlich werden kann es sogar noch für Aufsteiger SG Oppenweiler/Backnang, die allerdings noch zwei Punkte Vorsprung auf die drei Mitkonkurrenten hat.

Gegen den Vizemeister Leutershausen waren die Zweibrücker am Samstagabend weitgehend chancenlos. Etwas übermotiviert produzierten die 64er eine große Anzahl technischer Fehler, die die Gäste konsequent zu Gegenstoßtreffern nutzten. Insbesondere Juniorennationalspieler Sascha Pfattheicher. Bereits in der ersten Hälfte setzten sich die Gäste vorentscheidend zum 17:7 ab und zeigten den Zweibrückern ihre Grenzen auf. Neun Minuten lang blieben sie ohne eigenen Torerfolg. Zunächst hatte SGL-Trainer Marc Nagel in einer auf Robin Egelhof ausgerichteten 5:1-Formation und später in der 6:0-Variante decken lassen, dahinter hielt der A-Jugendliche Moritz Mangold hervorragend.



Zunächst schien der Druck, den sich die 64er selbst auferlegten, zu groß. Trotz guter Einstellung leisteten sie sich im ersten Durchgang sieben, im zweiten sogar elf Fehler. In der ersten Hälfte spulten die Gäste ihr Pensum im Stile einer echten Spitzenmannschaft ab, zogen über 3:3 (4.) und 12:6 auf 7:17 (26.) weg. Die Hoffnung bei den Zweibrückern auf einen Punktgewinn war bei den rund 700 Zuschauern schnell verflogen. "Da haben wir einfach nicht gut genug gespielt", sagte Bullacher.

Die kämpferische Einstellung wurde dann zum Ende der ersten Hälfte jedoch noch belohnt. Der SV kam auf 11:18 heran.

Obwohl auch nach dem Seitenwechsel nicht alles optimal funktionierte, kämpfte sich der Gastgeber noch einmal bis auf 16:19 (39.) und 19:21 (44.) heran. Doch nach der Auszeit der SG und der Rückkehr von Jochen Geppert aufs Feld kam auch die Sicherheit ins Leutershausener Spiel zurück. Drei der folgenden vier Treffer erzielte Geppert selbst, den vierten bereitete er vor und schon stand es wieder 25- die Entscheidung. "Der SGL-Sieg geht heute aber völlig in Ordnung, die bessere Mannschaft hat gewonnen", gratulierte der noch SV64-Trainer Stefan Bullacher den Gästen zum ungefährdeten Auswärtssieg.

Zum Thema:

Auf einen Blick SV 64: Kovacin und Berz im Tor - N. Wöschler 4, Enders 2, Egelhof 4 - T. Zellmer 1, A. Wöschler 6 - B. Zellmer 2 - Hammann 3, Denk 2, Bach 1, Waryas, Bayer, Grieser. cg

 Tränenreicher Abschied: Stefan Bullacher, der mit den 21 Jahren als Trainer beim SV 64 nicht nur Sportliches mit dem Verein verbindet, geht. Fotos: Marco Wille (2)
Tränenreicher Abschied: Stefan Bullacher, der mit den 21 Jahren als Trainer beim SV 64 nicht nur Sportliches mit dem Verein verbindet, geht. Fotos: Marco Wille (2)