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106. Tour de France
Buchmann weckt Hoffnungen auf einen Podestplatz

Brüssel. Nach den jahrelangen Sprinter-Festspielen dürfen die Radsport-Fans in Deutschland erstmals seit langer Zeit wieder auf einen Podestplatz in der Gesamtwertung bei der Tour de France hoffen. Kletterspezialist Emanuel Buchmann hat bereits bei der Frankreich-Rundfahrt überzeugt – und wirkt in diesem Jahr noch reifer, wie seine jüngsten Auftritte beim Criterium du Dauphiné, wo er Dritter wurde, zeigen. dpa

Buchmanns bescheiden formuliertes Vorhaben: „Das Ziel sind die Top Zehn.“

Das im Jahr 2019 stark auftretende Team Bora-hansgrohe führt Buchmann als Kapitän an. Dem 26-Jährigen wird zugetraut, bei den ganz schweren Teilstücken in den Vogesen, Alpen und Pyrenäen mit der Weltspitze mithalten zu können.

Vor exakt zehn Jahren schaffte es in Andreas Klöden letztmals ein Deutscher unter die Top Zehn der Gesamtwertung, 2006 hatte Klöden die Tour als Zweiter abgeschlossen und somit für den letzten deutschen Podestrang auf den Champs-Élysées gesorgt. Das kletterlastige Profil mit einigen schweren Bergetappen und nur einem Einzelzeitfahren dürfte Buchmann entgegenkommen.



Bora-Teamkollege Maximilian Schachmann, der als deutscher Meister nach Brüssel reist, sagt über Buchmann: „Wenn er es schafft, konstant zu fahren, traue ich ihm zu, ganz weit vorne reinzufahren. Er hat schon mehrfach bewiesen, dass er mit den Besten in den Bergen mitfahren kann.“ Nach dem Ausfall des viermaligen Toursieger Chris Froome scheint es in diesem Jahr keinen klaren Favoriten zu geben.

Nach 27 Etappensiegen bei den vergangenen sechs Frankreich-Rundfahrten fehlen in diesem Sommer neben Marcel Kittel (Trennung von Katusha-Alpecin) auch Pascal Ackermann und Routinier John Degenkolb, die nicht nominiert wurden. Statt der großen Stärke bei Massenankünften stehen die insgesamt elf deutschen Teilnehmer diesmal für Vielseitigkeit.