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Eiskunstlauf: Savchenko und Szolkowy fühlen sich verschaukelt

Tallinn. Mit Silber um den Hals machten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy gute Miene zum bösen Spiel, Ingo Steuer fühlte sich trotzdem verschaukelt und fand klare deshalb Worte

Tallinn. Mit Silber um den Hals machten Aljona Savchenko und Robin Szolkowy gute Miene zum bösen Spiel, Ingo Steuer fühlte sich trotzdem verschaukelt und fand klare deshalb Worte. "Wir hätten Gold verdient gehabt, aber es sollte heute offensichtlich so entschieden werden", sagte der enttäuschte Trainer am späten Mittwochabend in den Katakomben der Saku Suurhall von Tallinn, "Preisrichter sind wie Regen und Tod, die kann man nicht beeinflussen". Mit dem sensationellen Wert von 213,15 wurden die Russen Yuko Kawaguchi und Alexander Smirnow Europameister - nur einen Punkt unter dem Weltrekord. Das war vielen Experten eindeutig zu hoch. Bis weit nach Mitternacht wurde heftig über das stark osteuropäisch-lastige Preisgericht diskutiert. "Die haben in einem Monat das Laufen gelernt", schimpfte Steuer, der ausrechnete, dass die Sieger im Vergleich zur Grand-Prix-Serie stark verbessere Noten für die Komponenten, die ehemalige B-Note, bekommen hatten. Das ist auch der Ansatzpunkt der vielen Kritiker am neuen Wertungssystem - mit dem künstlerischen Wert kann manipuliert werden. "Ich wusste heute: Egal, was wir laufen, das reicht nicht", sagte Szolkowy resigniert, der im Gegensatz zu seiner Partnerin fehlerfrei blieb. Bis zum Saisonhöhepunkt bei Olympia in Vancouver wollen die Steuer-Schützlinge weiter an ihrer Kür feilen - denn die ist nicht so außergewöhnlich wie 2009. dpa