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Fußball-Bundesliga
Champions-League-Träume reifen

Die Frankfurter haben derzeit allen Grund zur guten Laune: Filip Kostic, Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic (von links).
Die Frankfurter haben derzeit allen Grund zur guten Laune: Filip Kostic, Ante Rebic, Sébastien Haller und Luka Jovic (von links). FOTO: dpa / Arne Dedert
Frankfurt. Eintracht Frankfurt ist die Überraschung der Bundesliga-Saison. Das „magische Dreieck“ im Angriff verzaubert alle. sid

Der Frankfurter Stadtwald war in den vergangenen Tagen nicht unbedingt der richtige Ort, um etwas vom Hype um die Eintracht aufzusaugen. Das Stadion lag verlassen, die kahlen Bäume sorgten für herbstliche Tristesse, die verbliebenen Profis hatten meistens frei. Und dennoch herrschte auch in der Länderspielpause rege Betriebsamkeit rund um den DFB-Pokalsieger. Die zahlreichen Geschichten über das „magische Dreieck“ verzauberten alle, die sich für die Überraschungs-Mannschaft der Fußball-Bundesliga interessierten.

Kein Tag verging, ohne dass ausführlich über den Serben Luka Jovic (20), den Franzosen Sébastien Haller (24) und den Kroaten Ante Rebic (25) berichtet wurde. Sogar auf der Internetseite der Deutschen Fußball-Liga (DFL) war das „Zahlen-Feuerwerk zum Frankfurter Offensiv-Trio“ die Top-Story. Mehr Schlagzeilen als die Fakten machten aber diverse Spekulationen. Europäische Topclubs aus allen Ecken des Kontinents hätten die drei Profis ins Visier genommen, war zu lesen.

Und die Chefetage der Eintracht befeuerte die Berichte sogar. „Unsere Tribüne ist seit Wochen voll mit Scouts der absoluten Topclubs. Sie schicken ihre besten Leute“, sagte Sportvorstand Fredi Bobic, beim VfB Stuttgart einst selbst Teil eines „magischen Dreiecks“ (mit Krassimir Balakov und Giovane Elber). Beim Training mussten die Spitzel allerdings genau hinsehen – aufgrund der niedrigen Temperaturen knapp über dem Gefrierpunkt hatten sich die Stars mit Schals und Mützen ziemlich dick eingepackt.



Alles andere als bedeckt hielt sich Haller während der Länderspielpause. Ein Interview des Stürmers folgte dem nächsten. Was allerdings nicht weiter verwunderte. Schließlich war Haller greifbar, während Jovic und Rebic mit ihren Nationalmannschaften unterwegs waren. So verbreitete Haller, dass Jovic ein Mann für Rekordmeister Bayern München wäre, dass die Eintracht besser als im vergangenen Jahr sei und dass der neue Trainer Adi Hütter, Nachfolger von Niko Kovac (zum FC Bayern), das Team entscheidend vorangebracht hätte.

Tatsächlich hat der 48 Jahre alte Österreicher eine imposante Zwischenbilanz vorzuweisen. Hütter hat die Eintracht nach elf Spieltagen auf den vierten Platz geführt. In der Europa League gewannen die Hessen alle bisherigen vier Partien und qualifizierten sich so vorzeitig für die Zwischenrunde. Acht der zurückliegenden neun Pflichtspiele haben die Frankfurter gewonnen. Die Pleite im Supercup gegen die Bayern (0:5), das Aus in der 1. Runde des DFB-Pokals beim SSV Ulm und die Angst vor einem möglichen Abstieg sind längst vergessen.

Angst ist allerdings das Stichwort für den Gegner an diesem Samstag (15.30 Uhr), denn die Eintracht hat noch nie beim FC Augsburg gewonnen. Drei Pleiten und drei Unentschieden gab es bisher in der Fuggerstadt. Doch wer den Führenden in der Torschützenliste (Jovic), den Topscorer der Liga (Haller) und einen stark auftrumpfenden Vize-Weltmeister (Rebic) in seinen Reihen hat, muss die Reise zu den bayerischen Schwaben wahrlich nicht fürchten.

Für Bobic ist ohnehin klar, dass das neue „magische Dreieck“ der Bundesliga-Konkurrenz zukünftig noch mehr zusetzen wird. „Sie haben noch Potenzial in sich“, sagte der 47-Jährige über die drei Offensivkräfte, die bisher an 92 Prozent aller Frankfurter Tore (24 von 26) beteiligt waren.

Und so überrascht es nicht, dass neben den völlig euphorisierten Fans mittlerweile auch Club-Ikonen wie Uwe Bein von der erstmaligen Qualifikation für die europäische Königsklasse träumen. „Hoffenheim spielt auch Champions League“, sagte der Weltmeister von 1990 und betonte: „Warum sollten wir dort nicht spielen?“