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Schlechter Saisonstart in 3. Liga
Braunschweig taumelt ohne Ikonen Richtung Regionalliga

Trainer Henrik Pedersen hat bei Eintracht Braunschweig eine schwierige Aufgabe vor sich.
Trainer Henrik Pedersen hat bei Eintracht Braunschweig eine schwierige Aufgabe vor sich. FOTO: dpa / Peter Steffen
Braunschweig. Traditionsverein stürzt in 3. Liga auf letzten Platz ab. sid

Symbolträchtiger geht es kaum: Als Eintracht Braunschweigs Absturz ans Tabellenende der 3. Liga besiegelt war, flog eine Klobürste aus dem Gästeblock in den Innenraum des Unterhachinger Sportparks. Die 500 mitgereisten Fans hatten genug gesehen, nach der 0:3 (0:1)-Schlappe der Niedersachsen verließen sie geradezu fluchtartig das Stadion.

Exakt 460 Tage nach dem knappen Scheitern der Norddeutschen in der Bundesliga-Relegation gegen den benachbarten VfL Wolfsburg stehen die Zeichen bei den Löwen auf Viertklassigkeit. Kein Manager, keine Siege, keine Perspektiven – beim deutschen Meister von 1967 muss in der Länderspielpause dringend der Resetknopf gedrückt werden.

Trainer Henrik Pedersen bleibt kaum mehr übrig, als auf einen Neustart zu hoffen. „Es wird uns gut tun, dass wir jetzt zwei Wochen richtig gut trainieren können. Dann wollen wir mit neuer Energie zurückkommen“, sagte der Däne, der zu Saisonbeginn Langzeitcoach Torsten Lieberknecht nach zehn Jahren abgelöst hatte. Lieberknecht war 2002 bis 2003 in Saarbrücken, wechselte danach als Spieler nach Braunschweig und wurde dort nach der Karriere Trainer. Sein langjähriger Partner Marc Arnold, seit 2008 im Amt und eine Institution, war am Donnerstag vergangener Woche als Manager beurlaubt worden.



Dem 40 Jahre alten Skandinavier blieb aber auch bei der Niederlage gegen den neuen Tabellenführer nicht verborgen, dass es nicht nur fußballerisch bei seinen Schützlingen klemmt: „Man sieht, dass unsere Spieler sich viele Gedanken machen und mit Kleinigkeiten zu kämpfen haben.“ Und auch der neue Kapitän Stephan Fürstner hat dieses Problem erkannt. „Der Kopf spielt momentan bei jedem Einzelnen mit. Das ist unverkennbar, und das braucht man auch nicht wegzudiskutieren. Jetzt auseinanderzubrechen, das ist aber nicht der Charakter der Mannschaft“, erklärte der Mittelfeldspieler, im Sommer von Zweitligist Union Berlin gekommen.