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Eine neue Zeitrechnung beginnt

Frankfurt. Theo Zwanziger wird zum Abschluss seiner achtjährigen Amtszeit mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, Wolfgang Niersbach steht als elfter Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in den Startlöchern: Beim DFB-Bundestag heute in Frankfurt beginnt für den größten Sportfachverband der Welt eine neue Zeitrechnung

Frankfurt. Theo Zwanziger wird zum Abschluss seiner achtjährigen Amtszeit mit dem Großen Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet, Wolfgang Niersbach steht als elfter Präsident des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in den Startlöchern: Beim DFB-Bundestag heute in Frankfurt beginnt für den größten Sportfachverband der Welt eine neue Zeitrechnung. "Zurück zum Kerngeschäft" heißt eine der Devisen von Niersbach, der "keine Revolution, sondern eine Evolution" anstrebt.Die Wahl von Niersbach durch die 260 Delegierten zum neuen starken Mann an der Spitze des DFB gilt nur als Formsache. Nach den DFB-Statuten reicht dem 61-Jährigen eine einfache Mehrheit der Stimmen zur Wahl. Doch die Unterstützung ist groß. Sowohl der gesamte Bereich des Amateurfußballs als auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) haben sich geschlossen für Niersbach ausgesprochen.

Die Inthronisierung von Niersbach bedeutet für den 6,7 Millionen Mitglieder zählenden Verband auch ein Paradigmen-Wechsel. Niersbach, der als Generalsekretär fungierte, möchte anders als sein fünf Jahre älterer Vorgänger Zwanziger keinen präsidialen Stil pflegen. So hielt sich Niersbach in der Öffentlichkeit zuletzt bewusst zurück. Während Zwanziger seine Rücktrittsankündigung am 2. Dezember bei der Verbands-Weihnachtsfeier zuvor bereits der "Bild"-Zeitung mitgeteilt hatte, wird Niersbach seine Zielvorstellungen den Delegierten auf dem DFB-Bundestag verkünden. Der Spielbetrieb der 26 000 DFB-Vereine mit mehr als 100 000 Spielen an fast jedem Wochenende soll eine ebenso hohe Bedeutung erhalten wie die Fokussierung auf die Bundesliga und die Nationalmannschaft, als deren Fan Niersbach in den vergangenen 40 Jahren kaum ein Länderspiel verpasst hat. Den Posten von Niersbach als Generalsekretär wird künftig mit großer Sicherheit Helmut Sandrock übernehmen. Er ist derzeit noch als DFB-Direktor unter anderem für die Bereiche Spielbetrieb, Trainerwesen und Talentförderung zuständig.

Zwanziger erhält zum Abschied vor zahlreicher Prominenz wie den DFB-Ehrenpräsidenten Egidius Braun und Gerhard Mayer-Vorfelder, Bundestrainer Joachim Löw und den 1954-Weltmeistern Horst Eckel und Hans Schäfer noch einmal seinen großen Auftritt. Aus den Händen von Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich bekommt Zwanziger das Große Bundesverdienstkreuz verliehen. "Es war eine unvergessliche Zeit, aber ich war immer ein Projektarbeiter", sagte Zwanziger: "Jetzt ist der richtige Zeitpunkt zu gehen." dapd



Foto: Emek/dapd