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Eine interessante Zeitreise

Sportmuseums-Kurator Asmus Kaufmann blättert in einer Vereinschronik der VB Zweibrücken, die von 1901 bis 1961 datiert ist. Foto: est
Sportmuseums-Kurator Asmus Kaufmann blättert in einer Vereinschronik der VB Zweibrücken, die von 1901 bis 1961 datiert ist. Foto: est
Hauenstein/Zweibrücken. Der Schwimmverein Blau-Weiß Pirmasens bringt immer wieder gute Sportler hervor, zuletzt Sebastian Lotze aus Lemberg. Um in die erweiterte nationale Spitze zu kommen, wechselte der heute 20-Jährige allerdings zu den Wassersportfreunden Zweibrücken. Die Rechnung ging auf: Lotze schaffte den Sprung in das Bundesligateam der Schwimm-Sport-Gemeinschaft Saar Max Ritter Von Merkur-Mitarbeiter Götz Krämer

Hauenstein/Zweibrücken. Der Schwimmverein Blau-Weiß Pirmasens bringt immer wieder gute Sportler hervor, zuletzt Sebastian Lotze aus Lemberg. Um in die erweiterte nationale Spitze zu kommen, wechselte der heute 20-Jährige allerdings zu den Wassersportfreunden Zweibrücken. Die Rechnung ging auf: Lotze schaffte den Sprung in das Bundesligateam der Schwimm-Sport-Gemeinschaft Saar Max Ritter. Es gab aber Zeiten, in denen Schwimmer von Blau-Weiß Pirmasens ohne Vereinswechsel sogar den Sprung in die Weltspitze geschafft haben. Daran erinnert das Sportmuseum, das heute in Hauenstein als Ergänzung des dortigen Schuhmuseums eröffnet wird.Die Pirmasenserin Gertrud Bergoint hat unter ihrem Mädchennamen Herrbruck Sportgeschichte geschrieben. Als mehrfache deutsche Meisterin hat die heute 84-Jährige ihre Karriere im Jahr 1952 gekrönt. Bei den Olympischen Spielen in Helsinki schwamm sie über 100 Meter Rücken ins Finale und belegte dort in 1:18 Minuten den sechsten Platz. Ihre herausragenden Leistungen wurden vom damaligen Bundespräsidenten Theodor Heuss mit dem Silbernen Lorbeerblatt gewürdigt. Keine alltägliche Auszeichnung: Gertrud Herrbruck war die zweite Frau, die sich über diese hohe Sportauszeichnung freuen durfte. Das Lorbeerblatt und viele weitere Medaillen und Auszeichnungen, die die Blau-Weiß-Schwimmerin gesammelt hat, sowie Fotos aus ihrer aktiven Zeit können die Besucher des Sportmuseums bewundern. Asmus Kaufmann, Marketing-Referent beim Sportbund Pfalz und Kurator des Sportmuseums, verließ Pirmasens nach seinem Besuch bei der früheren Spitzensportlerin mit vollen Händen.

Aber nicht nur Gertrud Herrbruck lieferte Exponate für die Dauerausstellung zur pfälzischen Sportgeschichte. Udo Bölts, Radsportlegende aus Heltersberg und zwölfmaliger Tour-de-France-Teilnehmer, wird bei der Eröffnung morgen sein Fahrrad der Tour-Etappe durch die Vogesen im Jahr 1997 mit dem legendären "Quäl Dich, Du Sau"-Zitat übergeben. Frühere Olympia-Teilnehmer und deutsche Meister, aber auch viele andere Sportler, Vereine, Verbände, Stadt- und Landesarchive sowie Museen unterstützten die Idee des Sportmuseums. Außerdem sind in unregelmäßigen Abständen Sonderschauen geplant. Die erste im September, wenn 150 Jahre Pfälzer Turnerbund gefeiert werden.

Sehr stolz nennt Sportbund-Präsident Dieter Noppenberger die Eröffnung des Sportmuseums einen historischen Moment. "Nicht nur für die Region und Rheinland-Pfalz, sondern über die Grenzen hinaus haben wir eine Vorreiterrolle übernommen", ist er vom Erfolg der Kombination Schuh- und Sportmuseum überzeugt.



Das Sportmuseum ist am Samstag erstmals und danach täglich, auch sonn- und feiertags, von zehn bis 17 Uhr geöffnet.