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Fußball-Bundesliga
Ein „Weiter so“ kann es nicht geben

Die Wolfsburger Profis feiern mit den Fans den Ligaverbleib.
Die Wolfsburger Profis feiern mit den Fans den Ligaverbleib. FOTO: dpa / Frank Molter
Wolfsburg. Der VfL Wolfsburg stellt sich nach der Rettung für die kommende Erstligasaison neu auf. Jörg Schmadtke wird neuer Sportvorstand.

Bruno Labbadia gönnte sich nur „ein Gläschen Wein“. Nach einer ausschweifenden Retter-Party war dem Trainer des VfL Wolfsburg nicht zumute. Zu groß sind die Aufgaben, die nun auf ihn und den neuen Sportvorstand Jörg Schmadtke warten. Das Duo muss dafür sorgen, dass die Millionentruppe nach zwei Jahren am Abgrund zur Zweitklassigkeit schleunigst zurück in die Spur kommt.

„Jetzt beginnt die Arbeit erst richtig“, sagte Labbadia nach dem 1:0-Arbeitssieg im Relegations-Rückspiel bei Holstein Kiel (Hinspiel 3:1). Mit seinem neuen Chef Schmadtke steht er vor einer schwierigen Mission – Anspruch und sportliche Wirklichkeit beim abgestürzten DFB-Pokalsieger von 2015 in Einklang zu bringen. Ein „Weiter so“, dies war allen Beteiligten nach dem zweiten Klassenverbleib in letzter Minute in Serie klar, kann es in Wolfsburg nicht geben.

„Es braucht einen Neuanfang“, sagte Wolfsburgs Oberbürgermeister Klaus Mohrs, der auch Mitglied im VfL-Aufsichtsrat ist. Und diesen Wiederaufbau soll Schmadtke einleiten, der 54-Jährige war seit dem geplatzten Wechsel von Horst Heldt (Hannover 96) Favorit auf den Chefposten bei den Wölfen. Schmadtke gilt als gewiefter Kaderplaner, der mit kleinen Mitteln Großes erreichen kann. Das hatte er zuletzt bei seinen Stationen in Hannover und beim 1. FC Köln, wo er im Oktober 2017 zurückgetreten war, gezeigt.



Dabei war und ist Geld beim VfL ein zentrales Problem: viel zu teure Spieler, viel zu wenig Leistung. Schon in den letzten Monaten von Klaus Allofs wurden die Millionen nicht mehr vernünftig investiert, nach dem Abschied des Managers im Dezember 2016 wurde das Elend immer größer. Mit einem Personal-Etat von rund 60 Millionen Euro hat der Club im Nachsitzen gegen Kiel gerade so die Klasse gehalten, der mittlerweile geschasste Sportdirektor Olaf Rebbe konnte die Lücke von Allofs nie schließen. Genau das wird nun von Schmadtke erwartet.

Dass sich der bei den Fans nicht sonderlich beliebte Labbadia für den richtigen Mann beim Neuaufbau hält, daran ließ der 52-Jährige selbst keine Zweifel aufkommen.

Tim Walter wird laut „Sport Bild“ Trainer bei Holstein Kiel. Der Zweitliga-Dritte wollte das nicht bestätigen. Der 42-jährige Walter betreute in der abgelaufenen Saison die U23 des FC Bayern München.