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„Ein Abstieg wäre der Super-Gau“

Frankfurt. Nach der herben Heimschlappe gegen Freiburg ist Eintracht Frankfurt in Nürnberg gefordert. Eine Niederlage hätte für die Hessen fatale Folgen im Abstiegskampf. dpa

Von der öffentlichen Aufregung der vergangenen Tage hat sich Armin Veh vor dem Bundesliga-Kellerduell beim 1. FC Nürnberg nicht anstecken lassen. Die Diskussionen um seinen von Vorstandschef Heribert Bruchhagen im Alleingang bekanntgemachten Abschied zum Saisonende lassen den Trainer von Eintracht Frankfurt äußerlich genauso kalt wie das darauffolgende Sperrfeuer gegen den Vereinsboss. "Bei uns geht es nicht drunter und drüber. Zumindest spüre ich nichts davon", meinte Veh am Freitag.

Wenn dem so ist, wäre das für die schwere Auswärtspartie beim "Club" an diesem Sonntag (15.30 Uhr) hilfreich. Denn die Eintracht steht nach dem 1:4 gegen Freiburg unter Druck. Bei einer Niederlage würde der hessische Fußball-Bundesligist (26 Punkte) in der Tabelle hinter Nürnberg (23) zurückfallen. "Die stecken wie wir unten drin. Es steht viel auf dem Spiel", verdeutlichte Veh die Brisanz.

Kein Wunder, dass sich nach den Turbulenzen der vergangenen Tage nun auch Aufsichtsratschef Wilhelm Bender eindrücklich zu Wort meldete. "Wir alle müssen daran arbeiten, dass es keine weitere Klatsche gibt. Dass wir den Klassenerhalt sichern. Ein Abstieg wäre der Super-Gau", sagte er. Zugleich stärkte er Bruchhagen den Rücken: "Bruchhagen ist der Fels in der Brandung. Er hat unser Vertrauen."

Für Machtspielchen sei keine Zeit, mahnte Bender. "Ich kann nur warnen. Wenn es in der Bundesliga schief läuft, geht es zuerst sportlich abwärts. Dann kommt ganz schnell die finanzielle Misere. Und anschließend der Verlust der gesellschaftlichen Reputation", erklärte er.

Von der Hochstimmung, die in Frankfurt zumindest während der Europa-League-Auftritte geherrscht hatte, ist nicht viel geblieben. Am Donnerstagabend wurde Veh noch einmal schmerzlich an das Aus gegen den FC Porto erinnert. "Wir wären gestern gerne in Neapel gewesen", sagte der Fußball-Lehrer. "Aber für die Vorbereitung auf das Nürnberg-Spiel war es besser, dass wir nicht mehr dabei sind."