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3. Fußball-Liga
Drittligisten auf Konfrontationskurs

Die Kritik an DFB-Vizepräsident Rainer Koch wächst.
Die Kritik an DFB-Vizepräsident Rainer Koch wächst. FOTO: picture alliance / dpa / Arne Dedert
Wiesbaden. Vereine kritisieren DFB-Vize Koch scharf und stellen Ligareform gänzlich in Frage. sid

Im Dauerstreit um die Regionalliga-Reform und die Aufstiegsregelung in die 3. Fußball-Liga haben die Drittligisten den Vorschlag des zuständigen DFB-Vizepräsidenten Rainer Koch mit deutlichen Worten zurückgewiesen und gehen ihrerseits auf Konfrontationskurs. „Die Drittligisten verlangen, die inzwischen stärkste 3. Liga aller Zeiten in ihrer über zehn Jahre bewährten eingleisigen Form zu erhalten und konsequent weiter zu professionalisieren. Das ist aus Sicht der Vereine der 3. Liga alternativlos“, ließen die Clubs nach einem Treffen in Wiesbaden verlauten.

Koch hatte zuvor die Einführung von zwei 3. Ligen vorgeschlagen. „Wäre die 3. Liga zweigleisig, hätten wir eine echte pyramidale Ligenstruktur und mit der Bildung der dann fünf oder sogar sechs Regionalligen überhaupt keine Probleme“, sagte Koch der Sport Bild.

Laut den Drittligisten ist damit „die Glaubwürdigkeit des DFB in Bezug auf die Neuregelung des Aufstiegs in die 3. Liga endgültig verlorengegangen“. Eine mehrheitsfähige Lösung könne nur beinhalten, „dass die Meister aus vier Regionalligen direkt in die 3. Liga aufsteigen. Deren Vereine waren mit dem Kompromiss eines vierten Absteigers in Vorleistung getreten, um den Prozess im Sinne der sportlichen Leistung und der Fans voranzutreiben“.



Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) hatte mitgeteilt, dass eine Arbeitsgruppe dem Präsidium einen Vorschlag vorlegen wird, der „als vorrangiges Ziel weiterhin die Reduzierung der Regionalliga von fünf auf vier Staffeln“ vorsehe. Das erarbeitete Modell beinhaltet die Aufteilung des „Flächenbereichs des DFB“ in zwei Gebiete, aus denen heraus jeweils zwei Ligen gebildet und jeweils zwei Aufsteiger ermittelt werden. Wer zu welcher Liga gehört, sollen die jeweiligen Regional- und Landesverbände in Zusammenarbeit mit den Drittliga- und Regionalligavereinen entscheiden. West und Südwest sollen erhalten bleiben, Nord, Nordost und Bayern sich neu aufteilen, was diese aber nicht wollen. Geplant ist von Verbandsseite, dass die Neuregelung des Aufstiegs zur 3. Liga, wie auch immer sie aussehen wird, beim DFB-Bundestag am 26./27. September 2019 verabschiedet werden soll.

Die Drittligisten wollen dabei nun nicht mehr mitspielen. „Aufgrund der jüngsten Entwicklung sind die Vereine zu der Erkenntnis gekommen, dass es gerade in den Regional- und Landesverbänden Kräfte gibt, die ausschließlich den traditionellen Machterhalt im Auge haben und nicht über eine sachgerechte Lösung für den Fußball nachdenken“, betonten die Clubs: „Aus diesem Grund fordern die Vereine der 3. Liga die schnellstmögliche Rückkehr zur vorherigen Regelung mit drei Absteigern. Kein vierter Verein der 3. Liga sollte für den offensichtlich fehlenden Willen zur Bildung einer Lösung mit vier Regionalligen mit dem Abstieg bestraft werden.“