| 21:38 Uhr

Regionalliga
Uerdingen bekommt jetzt doch die Lizenz

Nach der Aufstiegsfeier, bei der auch die Stadt gratulierte, darf der KFC Uerdingen jetzt auch offiziell in der 3. Liga mitspielen.
Nach der Aufstiegsfeier, bei der auch die Stadt gratulierte, darf der KFC Uerdingen jetzt auch offiziell in der 3. Liga mitspielen. FOTO: dpa / Roland Weihrauch
Frankfurt. Der KFC darf in die 3. Liga aufsteigen, der in der Relegation unterlegene SV Waldhof Mannheim bleibt Regionalligist.

Aufsteiger KFC Uerdingen hat vom Deutschen Fußball-Bund endgültig die Lizenz für die 3. Liga erhalten. Der DFB hatte gestern einen möglichen Formfehler im Zulassungsverfahren untersucht. Nach dem sportlichen Erfolg in den Aufstiegsspielen gegen Waldhof Mannheim waren Fragen zu einer vom DFB geforderten Liquiditätsreserve aufgekommen.

Der verspätete Eingang der 1,2 Millionen Euro beim DFB sei nicht dem Verein anzulasten, erklärte DFB-Vizepräsident Rainer Koch, der Vorsitzende des Zulassungsbeschwerdeausschusses, gestern. „Es ist festgestellt worden, dass bei normalem Geldfluss der Betrag vor Ablauf der Frist valutiert worden wäre“, sagte Koch, „deshalb muss dem Verein die Lizenz erteilt werden.“

Die Frist für die Hinterlegung der Liquiditätsreserve war am 29. Mai um 15.30 Uhr abgelaufen. Das Geld sei, sagte Koch, am Morgen um 7.50 Uhr bei der Bank eingegangen, aber erst am nächsten Tag auf dem DFB-Konto gutgeschrieben worden. Uerdingen hatte sogar noch einen zweiten Versuch unternommen und eine Schnellüberweisung vorgenommen, die allerdings erst um 15.50 Uhr, also 20 Minuten zu spät, einging. „Die Voraussetzungen sind gegeben“, sagte Koch.



Die Mannheimer reagierten irritiert auf die Entscheidung. „Ich sehe das eher schwierig aktuell. Ich werde mit Sicherheit noch mal mit dem DFB sprechen und mir das in einem persönlichen Gespräch erklären lassen“, sagte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp. Damit bleibt der Vizemeister in der Regionalliga Südwest. Hätte der DFB dem KFC den Aufstieg verwehrt, wäre Mannheim Nutznießer gewesen. „Für beide Vereine waren die vergangenen Tage eine Extremsituation, für Uerdingen sicher noch mehr als für uns“, sagte Kompp. „Wichtig ist, dass man für die Zukunft klarere Verhältnisse schafft und klare Fristen setzt.“

Uerdingens Rechtsbeistand Christoph Schickhardt reagierte erfreut auf die Entscheidung und lobte den DFB, der sich in dieser Causa „absolut korrekt“ verhalten habe. „Wenn das sportliche Ergebnis auch mit dem am Grünen Tisch übereinstimmt, ist es richtig“, hielt der Sportrechts-Experte fest. Die Verhandlung vor dem Zulassungsbeschwerdeausschuss sei „absolut notwendig“ gewesen. „Wir können uns jetzt dem Sport zuwenden“, sagte Schickhardt.

Am Montag vor einer Woche hatte der KFC mit großer Euphorie im Krefelder Rathaus den zweiten Aufstieg nacheinander gefeiert. In den Playoffs war der Mannschaft von Trainer Stefan Krämer mit 1:0 im Heimspiel und mit dem Sieg im Carl-Benz-Stadion sportlich der Durchmarsch in die Drittklassigkeit gelungen. Nach Ausschreitungen von Waldhof-Fans hatte der DFB die zweite Begegnung mit 2:0 für den KFC gewertet.

Danach wurde es turbulent: Der Verein mit Präsident und Geldgeber Michail Ponomarew, ein russischer Millionär, kontrollierte noch einmal alles und kam zu der Erkenntnis, alle Unterlagen komplett eingereicht zu haben „und allen Anforderungen rechtzeitig nachgekommen zu sein“. „Unsere Garantien sind tadellos“, hatte Ponomarew wissen lassen. Für den Fall der Nicht-Zulassung hatte der Geldgeber seinen Rückzug angekündigt.