| 22:10 Uhr

Die Roten Teufel
FCK will das „gallische Dorf“ bezwingen

So wollen Janek Sternberg (r) , Florian Dick (l) und Timmy Thiele (m) auch heute im Heimspiel gegen Cottbus jubeln. Angreifer Thiele darf wohl erneut von Beginn an ran – auch wenn er seit sechs Partien nicht mehr getroffen hat.
So wollen Janek Sternberg (r) , Florian Dick (l) und Timmy Thiele (m) auch heute im Heimspiel gegen Cottbus jubeln. Angreifer Thiele darf wohl erneut von Beginn an ran – auch wenn er seit sechs Partien nicht mehr getroffen hat. FOTO: picture alliance/dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern . Mit einem Sieg heute Abend im Heimspiel gegen Energie Cottbus wäre der 1. FC Kaiserslautern endgültig im Kampf um den Aufstieg in die 2. Liga angekommen.

Zumindest für eine Nacht könnte Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern mit dem großen Aufstiegsziel auf Tuchfühlung gehen. Gewinnen die Roten Teufel heute Abend um 19 Uhr ihr Heimspiel im Fritz-Walter-Stadion gegen den FC Energie Cottbus, winkt zumindest vorübergehend Rang drei, der in der Endabrechnung die Teilnahme an der Aufstiegsrelegation bedeuten würde.

Die derzeitige Leistungskurve spricht für die Pfälzer. Der FCK hat vier seiner letzten fünf Ligaspiele gewonnen, wettbewerbsübergreifend verließen die Roten Teufel in den vergangenen elf Partien nur einmal als Verlierer den Platz.

Bei den Lausitzern läuft es dagegen nicht rund. Sieben Spiele musste Cottbus zwischenzeitlich auf einen Sieg warten. Zuletzt zeigte die Form zumindest bei den Heimspielen wieder nach oben. Auswärts wartet die Mannschaft von Trainer Claus-Dieter Wollitz aber bereits seit dem zweiten Spieltag auf einen Punktgewinn.



Naturgemäß schlägt FCK-Trainer Michael Frontzeck vor der Partie, für die im Vorverkauf rund 17 000 Tickets abgesetzt worden sind, trotzdem warnende Töne an: „Sie haben etwas von einem gallischen Dorf da oben an der polnischen Grenze und machen dort einen super Job“, sagte der 54-Jährige. Schnelles Umschaltspiel, Kompaktheit und gute Standards zeichneten den FC Energie aus, analysiert Frontzeck. Er fordert: „Wir müssen voll und ganz auf dem Platz sein, um die Punkte hierzubehalten.“ Ist die gängige Warnung vor dem vermeintlichen Außenseiter bloßes Understatement, um Konzentration und Anspannung bei seiner zuletzt so erfolgreichen Elf hochzuhalten? Nein, er wolle den Gegner nicht „künstlich aufbauen“, beteuert Frontzeck: „Ich weiß, wie schwierig diese Partien zu spielen sind. Es gibt keine Begegnung, in der dich der Gegner durchwinkt. Dir wird nichts geschenkt“.

Zudem ist beim FCK trotz der jüngsten Erfolgsserie nicht alles eitel Sonnenschein. Der 2:1-Erfolg beim Drittletzten VfR Aalen am Montag war hart erkämpft – und ein wenig glücklich. Dem zwischenzeitlichen Ausgleichstreffer des eingewechselten Christian Kühlwetter ging ein grober Patzer von VfR-Torwart Daniel Bernhardt voraus, der den Schuss des Lauterers auf glitschigem Geläuf unter dem Körper durchrutschen ließ. „Bei so einem Wetter musst du einfach mal schießen. Ich hatte mich schon abgedreht. Dass der Ball dann reingeht, ist einfach nur geil“, meinte der Torschütze am SWR-Mikrofon.

Dass Kühlwetter und der ebenfalls eingewechselte Elias Huth, der später das Siegtor gegen Aalen erzielte, nun gegen Cottbus von Beginn an ran dürfen, ist unwahrscheinlich. „Es gibt ein gutes Gefühl, solche Leute auf der Bank zu haben, die ein Spiel entscheiden können“, sagt Frontzeck, der im Angriff vermutlich wieder auf Timmy Thiele bauen wird. Auch wenn der 27-Jährige seit nun sechs Ligaspielen nicht mehr getroffen hat. Personell steht Frontzeck mit Ausnahme der Langzeitverletzten der komplette Kader zur Verfügung. Abgesehen von kleineren Blessuren sei man aus der Partie gegen Aalen „verletzungstechnisch sauber rausgekommen.“

Derweil hat das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes den 1. FC Kaiserslautern wegen unsportlichen Verhaltens seiner Anhänger mit einer Geldstrafe von 7175 Euro belegt. Während des Drittligaspiels bei Carl Zeiss Jena am 22. September wurde im Lauterer Zuschauerbereich Pyrotechnik gezündet.