| 23:00 Uhr

1. FC Kaiserslautern
Rote Teufel brennen auf den Auftakt

 Kein Bild mit Seltenheitswert: Ende des letzten Jahres konnten die Roten Teufel fünf Siege in Serie bejubeln und mischen in der 3. Liga im engen Verfolgerfeld des Spitzentrios mit. Am Montag soll nun der Start in die Restrunde zu Hause gegen die SG Sonnenhof Großaspach gelingen.
Kein Bild mit Seltenheitswert: Ende des letzten Jahres konnten die Roten Teufel fünf Siege in Serie bejubeln und mischen in der 3. Liga im engen Verfolgerfeld des Spitzentrios mit. Am Montag soll nun der Start in die Restrunde zu Hause gegen die SG Sonnenhof Großaspach gelingen. FOTO: picture alliance/dpa / Uwe Anspach
Kaiserslautern . Fußball-Drittligist 1. FC Kaiserslautern will seine Aufholjagd am Montag im Heimspiel gegen Großaspach fortsetzen.

Boris Schommers bleibt sich treu. Fragen, wohin die Reise für seine Mannschaft in dieser Saison noch gehen könnte, umschifft der Trainer des 1. FC Kaiserslautern vor dem Restrundenauftakt in der Dritten Fußball-Bundesliga gewohnt vage. „Grundsätzlich ist vieles möglich“, orakelt der 41-Jährige vor dem Heimspiel am Montag um 19 Uhr gegen die SG Sonnenhof Großaspach. Auch von einem Hinweis auf eine Internetumfrage, in der zwei Drittel der Anhänger der Roten Teufel der Mannschaft mittlerweile den Aufstieg zutrauen, lässt sich der Coach nicht aus der Reserve locken. Und daran tut er gut. Zwar haben die Pfälzer durch ihre starke Serie vor der Winterpause (fünf Siege, ein Remis) den Rückstand auf den Relegationsplatz auf vier Punkte reduziert. Allerdings kann sich im Grunde noch jede Mannschaft bis Rang 13 Hoffnungen auf einen der Spitzenplätze machen. In diesem engen Verfolgerfeld benötigt der FCK eine extrem starke Restrunde, um am Ende die Nase vorn zu haben.

Ein erfolgreicher Start für die Roten Teufel wäre folglich Gold wert. Daher warnt Schommers eindringlich vor dem kommenden Gegner. Auch wenn Großaspach in der Liga seit sechs Spielen auf einen Sieg wartet und Abstiegsplatz 18 bekleidet. „In der Tabellenregion haben wir vor wenigen Monaten selbst noch gestanden“, erinnert Schommers daran, dass sein Team im Sommer ebenfalls auf steilem Sinkflug Richtung Regionalliga schien. Auch dass in Großaspach seit Anfang des Jahres das neue Trainer-Team Mike Sadlo und Heiner Backhaus an der Seitenlinie steht, mache die Analyse des Gegners nicht einfacher, sagt Schommers: „Wer Realist ist, weiß, dass das ein schweres Spiel wird. Großaspach ist eine Wundertüte.“ Dennoch geht Schommers’ Mannschaft als Favorit in die Partie – und nach den zuletzt so starken Auftritten auch mit „großem Selbstbewusstsein“, wie der Trainer bekundet.

Auch weil die Testspiele in der Winterpause äußerst ansprechend liefen. Gegen den FC Aarau (2. Liga Schweiz) gewann der FCK mit 4:1. Gegen den ungarischen Zweitliga-Tabellenführer MTK Budapest folgte ein 5:0-Sieg. Zum Abschluss gab es gegen Regionalligist FK Pirmasens einen 3:0-Erfolg.



Im Trainingslager in Belek (Türkei) wurde vor allem am Feinschliff bei Standardsituationen gefeilt. Aber auch an der taktischen Vielseitigkeit. Variabler, weniger leicht auszurechnen solle sein Team in der Restrunde auftreten, erklärt Schommers. Alle festgesetzten Trainingsziele seien abgearbeitet worden. Und auch mental sei sein Team gefestigt. „Eine Niederlage wird uns nicht aus der Bahn werfen“, versichert der Trainer.

Zudem hätten sich die beiden Neuzugänge Hikmet Ciftci und Alexander Nandzik tadellos integriert und passten „charakterlich einwandfrei in die Mannschaft“, ergänzt der Übungsleiter, der den Konkurrenzkampf in seinem Kader noch einmal erhöht sieht. Hinter dem Einsatz von Ciftci steht am Montag aber noch ein Fragezeichen. Er laboriert an muskulären Problemen. „Da wird es eng“, sagt Schommers. Ansonsten seien „trotz intensiver Vorbereitung alle Mann an Bord“.

Die Stimmung in seiner Mannschaft sei derzeit „bestens“, versichert der 41-Jährige. Auch weil in Belek offenbar mit unorthodoxen Methoden am Teamgeist gefeilt wurde. „Wir haben uns einiges einfallen lassen, um die positive Entwicklung der Mannschaft zu fördern“, sagt Schommers. Und ergänzt mit einem breiten Grinsen: „Da waren ein oder zwei Maßnahmen dabei, die hoffentlich intern bleiben.“

Der Trainer ist „froh, dass es wieder los geht“ und bekräftigt vor dem Spiel gegen Großaspach, für das im Vorverkauf 14 611 Karten abgesetzt wurden: „Wir haben Respekt – aber auch das Selbstvertrauen gewinnen zu können.“ Über die Internetumfrage, in der viele FCK-Fans angaben, dem Team den Aufstieg zuzutrauen, habe sich Schommers zwar gefreut. Mehr Aussagekraft habe aber eine Umfrage in drei Monaten, erklärt der Trainer trocken. Den Grundstein für einen erfolgreichen Start ins neue Jahr können die Roten Teufel aber schon am Montag legen. Denn mit einem Sieg zum Auftakt wäre für den FCK in dieser Saison in der Tat noch ganz viel möglich.