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1. FC Kaiserslautern
Schommers sieht seine Spieler endlich lächeln

 FCK-Trainer Boris Schommers war in den letzten beiden Spielen sehr zufrieden mit seiner Mannschaft.   Foto: Seeger/dpa
FCK-Trainer Boris Schommers war in den letzten beiden Spielen sehr zufrieden mit seiner Mannschaft. Foto: Seeger/dpa FOTO: dpa / Patrick Seeger
Kaiserslautern. Die Formkurve des Fußball-Drittligisten 1. FC Kaiserslautern zeigte zuletzt nach oben. Der Aufschwung soll bei Viktoria Köln fortgesetzt werden. Von Mirko Reuther

Das breite Grinsen im Gesicht, mit dem Boris Schommers am Donnerstag vor dem Beginn der Pressekonferenz des 1. FC Kaiserslautern auf seinem Stuhl Platz nahm, zerstreute auch letzte Zweifel daran, dass die Stimmung beim Fußball-Drittligisten ein wenig freundlicher geworden ist.

Nach einem schwachen Saisonstart und dem zwischenzeitlichen Fall auf einen Abstiegsplatz, konnten die Roten Teufel zuletzt – erstmals seit einem Jahr – wieder zwei Ligaspiele in Folge für sich entscheiden. Dabei präsentierte sich auch die so oft gescholtene Defensive der Mannschaft als sattelfest, kassierte sowohl in Uerdingen (3:0), als auch zu Hause gegen Rostock (2:0) kein Gegentor.

Alle Abstiegssorgen ist die Mannschaft noch längst nicht los. Bei einem Polster von vier Punkten auf die Gefahrenzone können die Pfälzer den kommenden Aufgaben aber zumindest etwas gelassener entgegenblicken.



Auch kann der sportliche Aufwärtstrend die finanziellen Sorgen und Grabenkämpfe im Verein vor der Mitgliederversammlung am Sonntag nicht übertünchen. Für das Klima unter den Spielern waren die jüngsten Erfolge aber Gold wert.

„Der Umgang miteinander war immer konstruktiv. Aber jetzt kommen die Spieler auch mal in die Kabine, lächeln und wirken gelöst“, berichtete Schommers. Das macht er exemplarisch an Lauterns Toptorschützen (10 Treffer) Florian Pick fest. „Er hat zeitweise geglaubt, er müsste die Welt alleine retten, den Druck haben wir versucht von ihm zu nehmen“, so der Trainer.

Damit das gute Klima im Team anhält, darf der sportliche Erfolg kein Strohfeuer bleiben. Am Samstag um 14 Uhr (WDR und SWR/live) wollen die Pfälzer ihren Aufwärtstrend bei Viktoria Köln fortsetzen. Zumindest auf dem Papier scheint die Viktoria für Kaiserslautern derzeit der ideale Gegner, um weiter Selbstvertrauen zu tanken. Die Kölner konnten zwar fünf ihrer ersten acht Saisonspiele gewinnen, haben den Platz aber nun seit acht Partien nicht mehr als Sieger verlassen. „Die letzten Ergebnisse interessieren mich nicht. Wenn man es ganz rational angeht, steht Köln in der Tabelle immer noch vor uns“, warnte Schommers. Der Vorsprung der Viktoria beträgt aber nur noch zwei Punkte. Im Falle eines Sieges würde der Tabellen-16. Kaiserslautern also am 13. Köln vorbeiziehen.

Spielverderber könnte ausgerechnet ein ehemaliger Lauterer werden. Albert Bunjaku, der zwischen 2012 und 2014 das Trikot der Roten Teufel trug, ist mit zwölf Saisontreffern bester Torschütze des kommenden Gegners.

Schommers warnte aber vor der kompletten Viktoria-Offensive, der man „keine Räume geben“ dürfe. „Wir müssen sehr, sehr wach sein.“ Dennoch ist der Trainer, der personell aus dem Vollen schöpfen kann, vorsichtig optimistisch: „Der Turnaround ist geschafft und das Selbstvertrauen wächst von Spiel zu Spiel. Ich bin froh, dass die intensive Arbeit der letzten zwei Monate jetzt Früchte trägt“, sagte er. Und ergänzte: „Wir fahren mit großem Respekt – aber auch großem Selbstvertrauen nach Köln. Wir wollen dort selbst die agierende Mannschaft sein und nicht nur abwarten. Und wir müssen so gut verteidigen wie in den letzten beiden Ligaspielen.“

Optimismus zieht der 40-Jährige auch aus der jüngsten Trainingswoche: „Die Atmosphäre ist aggressiv – aber trotzdem positiv.“ Allerdings müsse er als Trainer dafür sorgen, dass die gute Stimmung nicht in Übermut kippe. „Dafür, dass die Konzentration oben bleibt, sorge ich schon.“

Verlassen können sich die Roten Teufel am Samstag wie so oft auf ihren Anhang. Über 2000 FCK-Fans machen die Reise nach Köln mit.