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1. FC Kaiserslautern
Neue Finanz-Strategien: Kaiserslautern kämpft um die Lizenz

 Martin Bader, FCK-Vorstandschef sagt, dass der Traditionsverein mittellfristig unbedingt einen Investor braucht.
Martin Bader, FCK-Vorstandschef sagt, dass der Traditionsverein mittellfristig unbedingt einen Investor braucht. FOTO: dpa / Sebastian Gollnow
Kaiserslautern. Der 1. FC Kaiserslautern hat die Lizenz für die neue Saison nach eigenen Angaben gesichert – zu einem hohen Preis: Die Verbindlichkeiten steigen auf 20 Millionen Euro.

Der angeschlagene Fußball-Drittligist
1. FC Kaiserslautern kämpft mit einer neuen Strategie ums finanzielle Überleben. Um eine Insolvenz abzuwenden und die Lizenz für die Spielzeit 2019/2020 zu sichern, wurde eine neue Fan-Anleihe aufgelegt. Zudem sollen die fehlenden Mittel über ein Crowdlending-Modell – einer internetbasierten Kreditvermittlung – generiert werden. Dies teilte der Traditionsclub gestern mit.

Mit dem neuen Wertpapier, das bei einer Laufzeit von drei Jahren mit fünf Prozent verzinst ist, soll die im Sommer fällige Fan-Anleihe aus dem Jahr 2013 in Höhe von 6,7 Millionen Euro zurückgezahlt werden. Inhaber der ersten Anleihe können diese in die neue Variante umtauschen.

„Wir borgen uns damit Zeit. Das Einsammeln von Eigenkapital steht weiter über allem. Nur über die langfristige Gewinnung von Investoren kann der Verein nachhaltig überleben“, erklärte Geschäftsführer Martin Bader. Seit der Ausgliederung der Profiabteilung im September 2018 arbeiten die Verantwortlichen des Traditionsvereins an der Gewinnung zahlungskräftiger Investoren. Weil jedoch über den Einstieg potenzieller Geldgeber intern kontroverse Meinungen vorherrschen, soll nun die Zwischenfinanzierung mit Fremdkapital zunächst das Überleben sichern.



Der Lizenzspieleretat in Höhe von rund fünf Millionen Euro sowie die weiteren Kosten des operativen Geschäfts seien für die kommende Spielzeit dank Schuldscheinen institutioneller Anleger gesichert. Dadurch sind die Pfälzer im Sommer nicht auf Transfererlöse angewiesen. „Kontinuität ist ein hohes Gut. Wir haben jetzt die Möglichkeit, unsere Leistungsträger zu halten und auch unser Nachwuchsleistungszentrum in der jetzigen Form beizubehalten“, erklärte Bader.

Mit der erneuten Aufnahme von Fremdkapital erkauft sich der FCK Zeit bei der Suche nach dem passenden Investor – allerdings zu einem hohen Preis. Die Verbindlichkeiten steigen bis zum Sommer auf über 20 Millionen Euro.

Durch die neue Anleihe mit einem Volumen von sieben Millionen Euro sowie dem Crowdlending-Modell mit bis zu 2,5 Millionen Euro können theoretisch 9,5 Millionen Euro eingesammelt werden. Doch um das Geld rechtzeitig zum Ende des Lizenzierungsverfahren beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) nachweisen zu können, bleiben nur vier Wochen – ein äußerst ambitioniertes Vorhaben.

„Der ganze Plan ist nicht Spitz auf Knopf genäht. Wir sind nicht darauf angewiesen, dass komplette Volumen beider Varianten einzusammeln“, erklärte der kaufmännische Geschäftsführer Michael Klatt. Rund fünf Millionen Euro würden zunächst reichen, um die Lizenz für die 3. Liga zu erhalten. Höhere Einnahmen würden die Gestaltung des Kaders in Nachhinein verbessern. Zudem sollen Rücklagen für die spätere Tilgung der beiden neuen Finanzprodukte gebildet werden.