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3. Liga: Kaiserslautern siegt erneut
Zuck löst den Lauterer Knoten

Kaiserslautern. 3. Fußball-Bundesliga: Der 1. FC Kaiserslautern schlägt Lotte mit 2:1 und hat wieder Kontakt zur Tabellenspitze hergestellt. Von Mirko Reuther

Es läuft am Samstag die 63. Spielminute im Drittligaspiel zwischen dem 1. FC Kaiserslautern und den Sportfreunden (SF) Lotte, als die FCK-Fans unter den 19 516 Zuschauern auf dem Betzenberg in kollektive Ekstase gestürzt werden. Lauterns Timmy Thiele schüttelt auf der rechten Außenbahn SF-Verteidiger Adam Straith ab und leitet den Ball mit der Hacke auf Theodor Bergmann weiter. Der wird von drei Gegenspielern umringt, spitzelt das Leder aber – ebenfalls mit der Hacke – zu Hendrick Zuck ins Zentrum. Und dessen abgefälschter Schuss aus zehn Metern landet zum 2:0 für die Pfälzer im Netz. Als der Schluss-Pfiff ertönt, steht ein 2:1 (1:0)-Erfolg für den FCK auf der Anzeigetafel im Fritz-Walter-Stadion. Nach sechs Spielen ohne Niederlage und dem zweiten Sieg in Serie haben die Roten Teufel den Kontakt zum oberen Tabellendrittel wieder hergestellt. Hätte der FCK zuletzt nicht in den drei Partien gegen Zwickau (1:1), Köln (3:3) und Jena (3:3) jeweils in der Nachspielzeit noch den Ausgleich kassiert, würde die Mannschaft in der Tabelle sogar von einem Aufstiegsplatz grüßen. Auch gegen Lotte schien der FCK den Fluch der Nachspielzeit noch nicht überwunden zu haben. Als die Anhänger der Roten Teufel in der 92. Minute schon einen vermeintlich ungefährdeten Sieg gegen harmlose Emsländer feierten, traf Lottes Paterson Chato den Pfosten, Jeron Al-Hazaimeh staubte aus abseitsverdächtiger Position zum 1:2 aus Sicht der Sportfreunde ab. „Wir müssen uns vorwerfen lassen, dass wir das Spiel bis dahin nicht schon entschieden haben. Ich war mir aber sicher, dass nach dem Wiederanstoß sofort abgepfiffen werden muss. Wenn es ein Nachspielzeit-Trauma gab, denke ich, dass wir es nun überwunden haben“, hoffte FCK-Trainer Michael Frontzeck. „Dass wir am Ende noch Zittern müssen, ist unnötig, aber Hauptsache wir haben die drei Punkte“, jubelte Hendrick Zuck. Der 28-jährige Mittelfeldspieler war beim FCK der Mann des Tages. In der 15. Spielminute leitete Zuck einen Angriff ein, den Außenverteidiger Dominik Schad mit einem Schuss aus halbrechter Position abschloss. Das Leder landete im Strafraum am Arm von Lottes Verteidiger Straith. Aber der fällige Elfmeterpfiff blieb aus. In der 22. Minute luchste Zuck Gegenspieler Nico Neidhart auf dem rechten Flügel den Ball ab und passte auf Christian Kühlwetter. Doch der 22-Jährige aus der U23 der Pfälzer, der in den vorangegangenen zwei Partien drei Mal getroffen hatte, zielte knapp links am Tor vorbei. In der Nachspielzeit der erste Hälfte passte Zuck schließlich steil auf Gino Fechner – und der zentrale Mittelfeldspieler schoss den Ball durch die Beine von Lottes Torwart Steve Kroll zum 1:0 für den FCK ins Netz. „Ich bin überglücklich, dass ich in diesem geilen Stadion mein erstes Tor erzielt habe“, jubelte Fechner. Er ergänzte: „Der Trainer hat uns gesagt, dass wir nach der Führung nicht runterschalten dürfen, sondern noch einen Gang zulegen müssen. Und das haben wir getan.“ In der Tat: Nach dem Seitenwechsel diktierten die Hausherren weiter das Geschehen. Kühlwetter ließ den ehemaligen FCK-Spieler Michael Schulze im Zweikampf ganz alt aussehen und hatte den nächsten Treffer auf dem Fuß – scheiterte aber freistehend an SF-Torwart Kroll (49.). Nach dem 2:0 durch Zuck war Kaiserslautern offensiv nicht mehr so präsent – und wäre beinahe dafür bestraft worden. Doch der späte Gegentreffer durch Al-Hazaimeh rächte sich nicht mehr. „Wir kommen aus komplizierten Wochen. Mir war es wichtig zu sehen, wie die Mannschaft auf eine schwierige Situation reagiert. Wie die Jungs heute gegen den Ball agiert haben, war top“, lobte Frontzeck. „Jetzt schon wieder vom Aufstieg zu reden, wäre nach unserem Saisonstart sicher falsch. Aber ich bin guter Dinge, dass der Knoten jetzt endlich gelöst ist“, sagte Zuck.